Rezension: Civilization VI „Gathering Storm“

Rezension: Civilization VI „Gathering Storm“

Wenn Sie in Ihrer Freizeit auch gerne Aufbau-Strategiespiele mögen, dann hier ein interessanter Hinweis:

DER Aufbauspiel-Klassiker am PC schlechthin - Civilization, inzwischen in Version "VI" - hat eine sehr interessante Erweiterung bekommen. Pardon, "Addon" statt Erweiterung heißt das ja heutzutage. Vor wenigen Tagen veröffentlicht, habe ich es natürlich umgehend getestet, schließlich ist Civilization einer meiner Langzeit-Favoriten.

Sofern Sie das Computerspiel Civilization (noch) nicht kennen:
Es handelt sich um ein Aufbauspiel am PC. Sie übernehmen die Rolle eines Stammesfürsten der Steinzeit, der über einige Siedler und eine Kriegereinheit befiehlt. Ab da steuern Sie gewissermaßen alles: Wo gesiedelt wird, was erforscht werden soll, welche Felder bewirtschaftet, wohin der Krieger gehen soll. Der running gag ´nur noch eine Runde´  hat hier seine Berechtigung. Denn da es so viele parallel laufende Entwicklungen gibt, möchte man in der Regel ´nur noch das…´ schaffen. Doch dann hat sich wieder etwas Neues ergeben, und dann wieder etwas…

Mehr Hintergrundwissen: Wikipedia-Eintrag zu Civilization

Bereits im vorigen Jahrtausend (klingt gewichtiger als "in den 1990ern") habe ich einen nicht unbedeutenden Teil meiner Freizeit mit dem Aufbau von Zivilisationen in "Civilization" verbracht. "Veredelt" statt "verbracht", möchte ich eigentlich schreiben - wenn da nicht Anmerkungen von mir nahe Stehenden wären, die eher von "verschwendet" sprechen würden.

Doch konkret zum neuen Addon namens "Gathering Storm". Der kurze Ankündigungs-Trailer zeigt stimmig, was für Elemente hinzugefügt wurden:

Damit wird deutlich, was das neue Addon bringt: Die Auswirkungen von Naturgewalten. Das bringt völlig neue Aspekte ins Spiel. Ein Beispiel: So ist es bei Civilization generell eine gute Idee, an einem Fluss zu siedeln. Doch mit dem neuen Addon treten Flüsse manchmal über ihre Ufer, es gibt Überschwemmungen. Oder Städte auf Inseln oder im Flachland können in späteren Epochen bei steigendem Meeresspiegel überflutet werden. Nicht so schön. Solche Dinge wie Anstieg des Meeresspiegels wiederum sind nicht per Zufallsgenerator bestimmt, sondern hängen von der Spielweise ab. Wer Wälder abholzt und Erosion fördert, wird eher unter negativen Auswirkungen von z.B. Stürmen leiden. Kurzfristig kann das Abholzen von Wäldern etc. aber natürlich Spielvorteile bringen. Hier gilt es abzuwägen bzw. persönlichen Ansichten zu folgen.

Die Entscheidungen sind keineswegs trivial. Beispiel Vulkane: Diese können ausbrechen, nicht ohne Grund wird im Trailer auf Pompeji verwiesen. Aber nicht ohne Grund siedelten sich dort Menschen an: Denn oft genug ist das Land um einen Vulkan herum besonders fruchtbar. Wenn da nur nicht das Risiko wäre, dass es vielleicht zu einem Vulkanausbruch kommen wird...

Civilization

Ob es wirklich so gut war, neben diesem Vulkan zu siedeln? Quelle: 2K

  • Es werden mit der Erweiterung zudem einige neue Zivilisationen eingeführt. Ich selbst spiele z.B. gerade die Karthager/Phönizier. Jede Zivilisation hat einige spezifische Vorteile. So kann diese Handelsnation besonders günstig Hafenbezirke und eine spezielle Schiffsart bauen.
  • Eine weitere Änderung: Rohstoffe sind nun endlich - und es wird zwischen Brennmaterialien und Rohstoffen zur Produktion von Gebäuden/Einheiten unterschieden. Das gefällt mir sehr gut, denn es war schließlich recht unrealistisch, dass ein in der Antike gefundenes Eisenvorkommen auch im Atomzeitalter noch Eisenerze liefert. Hier gilt es insbesondere in Bezug auf die Energieversorung, neue Vorkommen zu erschließen oder eben eine nachhaltigere Energieversorgung zu etablieren.
  • Und dann ist da noch das Konzept des "Grolls". Gefällt mir gut: Hier wird in Form eines Punktewertes dargestellt, wie sich die Beziehungen zu anderen Zivilisationen gestalten. Wer einen Angriffskrieg erklärt, produziert naturgemäß "Groll" beim Angegriffenen. Wenn dieser später zum Gegenschlag ausholt, kann er/sie auf internationales Verständnis bauen, gemessen via "Groll".
  • Auch gibt es ein neues Diplomatie-Konzept im Spiel. So wird nun ebenfalls mit einem Punktewert gemessen, wie hoch der diplomatische Einfluss bzw. die Beliebtheit einer Nation ist. Wer Allianzen pflegt und Absprachen einhält oder wohlwollende Schutzmacht kleiner Stadtstaaten ist, generiert solche Punkte. Diese können bei internationalen Verhandlungen (Stichwort "Ehrlicher Makler") eingesetzt werden. Darauf aufbauend ist nun auch ein neuer Spielsieg möglich, der "Diplomatiesieg".

Doch soweit bin ich noch nicht, meine Zivilisation befindet sich ca. im Mittelalter...

Von mir aus jedenfalls klares Daumen hoch für: Civilization VI "Gathering Storm"

Und hier noch das Zitat zum Tag:

"Vermeiden Sie Konflikte, es sei denn, Sie haben eine wirklich gute Chance, sie für sich zu entscheiden." (Aus der Anleitung des Spiels „Rheinländer“)

Mit herzlichem Gruß!

Ihr

Michael Vaupel

Diplom-Volkswirt

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Michael Vaupel

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