Rezension: Homo Syntheticus

Rezension: Homo Syntheticus

Das nächste "große Ding" an den Börsen und im Alltag könnten in den kommenden Jahren humanoide Roboter werden.

Diese These vertrete nicht nur ich selbst, sondern auch der Zukunftsforscher (was für ein schöner Beruf!) Dr. Mario Herger.

Entsprechend habe ich dessen neues Buch umgehend gelesen. Der Titel, siehe Cover:

Den Autoren schätze ich als technologie-affinen Zukunftsforscher, der seine Erkenntnisse auch noch gut lesbar formulieren kann.

Es zahlt sich aus, dass er seit eigenen Angaben bereits seit 2001 im Silicon Valley lebt. Technisches Hintergrundwissen bringt er mit, weil er laut seiner Biographie z.B. bei SAP Entwicklungsleiter war. Er hat mehrere Bücher zu Themen wie KI oder "Silicon Valley Mindset" geschrieben. und nun also eins zu humanoiden Robotern.

Das Buch holt auch Fachfremde gut lesbar ab. So werden zunächst die Grundlagen erläutert. Was sind eigentlich humanoide Roboter? Dabei nennt der Autor auch Beispiele aus Fernsehserien oder Filmen - womit er z.B. mich "abholt", indem er R2D2 aus den Star Wars Filmen erwähnt.

Gut strukturiert behandelt der Autor zahlreiche Aspekte zum Thema. Das beinhaltet zum Beispiel das Thema "Bausteine" für Humanoide. Ist es sinnvoller, wenn sich humanoide Roboter auf Plattformen fortbewegen? Oder ähnlich wie Menschen, mit zwei Beinen?

Die Antwort kann natürlich nur lauten. Es kommt darauf an! Welches Umfeld, welche Aufgaben etc. pp.

Für mich als Börsen-Nerd war auch das Thema Ökonomie der Roboter interessant. Denn da nennt der Autor Dutzende Unternehmen, welche in dem Bereich aktiv sind und/oder forschen. Gewiss, kleine Startups - aber auch manch ein Unternehmen, das bereits humanoide Roboter produziert sind dabei.

Und wie es sich für einen Zukunfts-Forscher gehört, stellt er auch Fragen, die jetzt noch nicht wichtig sind - aber es werden könnten.

Es geht da um Dinge wie einen möglichen Geruchssinn von Robotern. So könnte es zum Beispiel in der Nahrungsmittel-Industrie sinnvoll sein, wenn die Humanoiden Roboter verdorbenes Essen am Geruch erkennen.

Auch das Thema Bekleidung der Roboter wird behandelt. Und solche Dinge wie ethische Grenzen...was ist, wenn jemand gewalttäigen Sex mit Robotern haben möchte? Darf das so programmiert werden und können entsprechende Angebote auf den Markt kommen?

Sie sehen, das Buch wirkt wie ein offenes "brain storming" zum Thema humanoide Roboter.

Es blieb bei mir ein kleiner fader Beigeschmack: Denn bei der Lektüre hatte ich mehrfach das Gefühl, was ich lese, kann schon nächstes oder übernächstes Jahr veraltet sein. Denn rasch ist die Entwicklung in diesem Sektor.

Was mir einige Male nicht gefiel: Der Autor ist mir etwas zu "technik-affin". Ein Beispiel:

Er nennt das Beispiel eines Pflege-Roboters, der dazu geführt habe, dass sich eine alte Japanerin nicht mehr schämte, von anderen Menschen gepflegt zu werden. Sie blühte regelrecht auf dank des Einsatzes eines Pflege-Roboters.

Das bezeichnet der Autor sinngemäß als wunderbares Beispiel dafür, was Pflege-Roboter verbessern könnten.

Ich selbst sehe den Einsatz von Pflege-Robotern allerdings konträr - als geradezu dystopisch. Wenn ich mir vorstelle, später von einem humanoiden Roboter gepflegt zu werden statt von einem Menschen aus Fleisch und Blut, sehe ich das gewiss nicht als Fortschritt.

Doch "jeder Jeck ist anders", wie es im Rheinland heißt.

Insgesamt mein Fazit:

Für an der Thematik "humanoide Roboter" Interessierte eine klare Lese-Empfehlung meinerseits für:

Dr. Mario Herger: Homo Syntheticus

(Dies ist kein Werbelink, ich bekomme keine Provision)

Angenehme Lektüre!

Ihr

Michael Vaupel

Diplom-Volkswirt / M.A.

Michael Vaupel

"Fairness, Respekt vor Mensch und Tier sowie der gewiefte Blick für clevere Investment-Chancen - das lässt sich meiner Ansicht nach sehr wohl vereinen. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir diese Ansicht gemeinsam vertreten werden - auch gegen den Mainstream."

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