HV Bericht HORNBACH Holding

HV Bericht HORNBACH Holding

von Michael Vaupel

Die diesjährige ordentliche Hauptversammlung (HV) der Hornbach Holding AG & Co. KGaG (kurz „Hornbach Holding“) fand – erfreulicherweise, wie ich finde – mit „physischer Präsenz“ der Aktionäre statt.

Veranstaltungsort war Landau in der schönen Südpfalz. Hier ein Foto vom Veranstaltungsort (sehr apartes Jugendstilgebäude):

Hier mein Bericht für Sie:

Beginn war gegen 10:00 Uhr. Nach der Eröffnung der Veranstaltung durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrats Dr. John Feldmann erteilte dieser nach den üblichen Formalia dem Vorstandsvorsitzenden Albrecht Hornbach das Wort. Vorher sprach er eine Änderung im Vorstand an: Er begrüßte die neue Finanzvorständin Frau Kowalska.

Albrecht Hornbach ist derzeit Vorstandsvorsitzender der Hornbach Management AG, der persönlich haftenden Gesellschafterin der Hornbach Holding AG & Co. KGaA. Seine Präsentation war der nächste Punkt:

Herr Hornbach dankte zunächst dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats für die einleitenden Worte. Er begann seine Präsentation mit einem Zitat von Jack Welch (einem erfolgreichen US-amerikanischen Manager):

„Change before you have to“

Herr Hornbach betonte, dass er in seinen Ausführungen verdeutlichen möchte, was das für Hornbach als Handelsunternehmen bedeutet. Die Handelsbranche sei in Europa mit großen Herausforderungen konfrontiert. Die Konflikte im Nahen Osten, der Krieg in der Ukraine, Einschränkungen auf Seewegen, höhere Rohstoff- und Energiepreise sowie Transportkosten – das seien alles Geschehnisse, „auf die wir als Händler keinen Einfluss haben“, so der Vorstandsvorsitzende.

Herr Hornbach gab als klares Statement:

Wir wollen mit unserem Sortiment, unseren Services und vielen guten Lösungen für mehr als 166 Millionen Menschen in neun europäischen Ländern tätig sein. Und somit positive Beiträge zur Wertschöpfung leisten.

Im vorigen Geschäftsjahr gelang das gut, wie das Umsatzwachstum auf 6,43 Milliarden Euro Nettoumsatz im Geschäftsjahr 2025/2026 zeigt. Die Umsätze lagen damit 3,8 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Das war auch deutlich besser als die „DIY-Branche“ insgesamt, (basierend auf den veröffentlichten Zahlen des Branchenverbands BHB).

Dieses Wachstum kam nicht nur durch Expansion zustande, da auch auf vergleichbarer Fläche ein Plus von 2,4 Prozent erzielt werden konnte. Der durchschnittliche Jahresumsatz je Baumarkt belief sich im Berichtsjahr auf 34,9 Millionen. Laut Herrn Hornbach habe man einen Vorsprung vor der Konkurrenz im Hinblick auf die Flächenproduktivität – und zwar „weiterhin“.

Was mit Flächenproduktivität gemeint ist: Der Nettoumsatz je Quadratmeter gewichteter Verkaufsfläche.

Die Flächenproduktivität stieg im Geschäftsjahr um 1,9 Prozent auf 2.903 Euro Nettoumsatz pro Quadratmeter. Hornbach habe die eigene Flächenproduktivität seit 2019 deutlich stärker gesteigert als der Wettbewerb, so der Vorstandsvorsitzende. Das verdeutliche die Attraktivität der großflächigen Hornbach Bau- und Gartenmärkte für Kunden in ganz Europa. Diese profitieren demnach von dem großen Sortiment und der Bevorratung in Projektmengen.

Und online?

Der Anteil des Onlineumsatzes lag im Geschäftsjahr 2025/2026 bei 12,7 Prozent des Gesamtumsatzes der Baumarktsparte. Die absolute Höhe des Onlineumsatzes erhöhte sich im Vergleich zum vorigen Geschäftsjahr um 7,1 Prozent auf 771,4 Millionen Euro.

Laut Herrn Hornbach ist die Interconnected-Retail-Strategie, die das Unternehmen nun schon seit mehr als 15 Jahren verfolgt, ein passendes Beispiel für das Prinzip „Change before you have to“.

Was diese Strategie bedeutet: Hier verzahnt Hornbach alle Einkaufskanäle der Kunden so miteinander, dass sie optimal ineinandergreifen. Ob online oder im Markt, per Lieferung nach Hause oder in den Abholstationen: Der Kunde bekomme seine Ware genau da, wo es für ihn am passendsten sei. Herr Hornbach zeigte sich davon überzeugt, dass die Kunden diese Flexibilität sehr schätzen.

Infolge des gestiegenen Kundenzuspruchs konnte das Unternehmen seine Marktanteile weiter ausbauen.

Entwicklung Marktanteile

  • In den Niederlanden stieg der Marktanteil demnach auf 29,4 Prozent,
  • in Tschechien auf 38,8 Prozent,
  • in der Schweiz auf 15,0 Prozent,
  • in Deutschland auf 15,7 Prozent
  • und in Österreich auf 17,6 Prozent.

Für die weiteren Landesgesellschaften seien keine entsprechend gesicherten Kennzahlen verfügbar. Wie gut Hornbach als Projektpartner für Heimwerker und Handwerker sowie für Gewerbekunden positioniert sei, zeige sich auch auf der Ergebnisseite. Trotz deutlich gestiegener Kosten lag das bereinigte EBIT (Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern und bereinigt um nicht-operative Effekte) als Maßzahl der operativen Leistungsfähigkeit der HORNBACH Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 265 Millionen Euro und damit nahezu auf Vorjahresniveau.

Rund drei Viertel davon entfielen laut Herrn Hornbach auf die eigenen Märkte außerhalb Deutschlands. Dank eines starken Rohertrags sei es gelungen, den Kostenanstieg zu kompensieren. Der Rohertrag stieg um 88 Millionen Euro. Das Wachstum um 4,1 Prozent war stärker als das des Gesamtumsatzes. Diese Entwicklung wurde dem Vortrag zufolge insbesondere getrieben von einem profitableren Produktmix sowie einer innovativen Sortimentsgestaltung. Die Handelsspanne verbesserte sich und betrug 35 Prozent.

Die Investitionen wurden – wie im Geschäftsjahr davor - im vergangenen Jahr vom operativen Cashflow vollständig gedeckt. Der Anstieg auf rund 375 Millionen Euro ist im Wesentlichen auf Veränderungen im Working Capital zurückzuführen. Die Investitionen beliefen sich im Geschäftsjahr 2025/26 auf 220 Millionen Euro, nach 184 Millionen Euro im Jahr davor. Das meiste davon floss in Grundstücke und neue Märkte. Dies stehe im Einklang mit unserer Strategie der organischen Expansion, so der Vorstandsvorsitzende weiter. Der Free Cashflow nach Investitionen und Dividendenzahlung belief sich auf rund 123 Millionen Euro.

Der Veranstaltungsort in Landau in der Pfalz

Der Blick auf die Bilanz zeigt ein erfreuliches Ergebnis: Die Bilanzsumme erhöhte sich leicht auf rund 4,8 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalquote stieg auf 44,5 Prozent und unterstreicht damit die weiterhin sehr solide Lage.

Die Nettofinanzschulden erhöhten sich um 5,6 Prozent. Dies sei im Wesentlichen auf Vertragsverlängerungen von Mietverträgen zurückzuführen.

„Auch künftig werden wir die Entwicklung der Verschuldung sehr sorgfältig steuern, um ausreichend finanziellen Spielraum für weiteres organisches Wachstum sicherstellen zu können“ – wie Herr Hornbach klarstellte.

Im Hinblick auf die Optimierung der Finanzierung haben wir im aktuellen Geschäftsjahr signifikante Fortschritte erzielt: Im ersten Quartal dieses Jahres haben wir Schuldscheindarlehen in Höhe von 300 Millionen Euro sehr erfolgreich platzieren können. Die Transaktion umfasst verschiedene Tranchen mit variabler und fixer Verzinsung und einer Laufzeit von fünf bzw. sieben Jahren.

Das Angebot stieß laut Herrn Hornbach auf hohe Investorennachfrage und war mehrfach überzeichnet. Dadurch habe das ursprünglich vorgesehene Volumen von 150 Millionen Euro verdoppelt werden können – zu sehr attraktiven Konditionen. Somit habe man frühzeitig die Refinanzierung der im Oktober dieses Jahres fälligen Anleihe der HORNBACH Baumarkt AG in Höhe von 250 Millionen Euro sichergestellt. Die Rückzahlung der Anleihe werde damit vor Endfälligkeit Ende Juli erfolgen. Durch die neuen Schuldscheindarlehen sei es gleichzeitig gelungen, das Fälligkeitsprofil durch die unterschiedlichen Laufzeiten ausgewogener zu gestalten.

Um dem Aktionariat auch künftig so gute Kennzahlen präsentieren zu können, erweitere HORNBACH fortlaufend das Sortiment, baue die eigenen Services aus und verbessere Prozesse, immer mit dem Ziel, Kundinnen und Kunden bestmöglich bei ihren Projekten rund um Haus und Garten zu unterstützen – klare Ansage des Vorstands.

Zur Resilienz trägt bei, dass das Unternehmen über die finanzielle Stärke verfügt, um kontinuierlich auch in ein Filialnetz investieren zu können, welches sich über derzeit neun, bald zehn Länder zieht.

Im zurückliegenden Jahr wurden vier neue Märkte eröffnet:

Im März 2025 in Duisburg und im September in Eisenstadt in Österreich. Ebenfalls im September wurden in Bukarest Colentina in Rumänien und im Oktober in Timișoara – ebenfalls in Rumänien – jeweils ein weiterer Markt eröffnet. Damit betreibe Hornbach nun insgesamt 11 Märkte in dieser Landesgesellschaft. Zuwachs gab es auch bei den BODENHAUS Fachmärkten.

Im November wurde in Mainz-Kastel an einem etablierten HORNBACH Standort einen neuen Fachmarkt für Bodenbeläge eröffnet. Zuvor war an diesem Standort ein Baumarkt.

Das Expansionstempo ist auch im laufenden Geschäftsjahr weiter hoch: So wurde am 22. April dieses Jahres in Trnava in der Slowakei, nordöstlich der Hauptstadt Bratislava, einen neuen Markt eröffnet. Mit einer ungewichteten Verkaufsfläche von 17.600 Quadratmetern ein richtig großer, hochmoderner Markt. Es ist der sechste HORNBACH Markt in der Slowakei.

Im September 2025 habe Hornbach in Graz in Österreich mit dem Bau eines neuen Marktes begonnen, die Eröffnung ist für den Herbst dieses Jahres geplant. Seit März 2026 läuft in Hedenstorp in der Gemeinde Jönköping in Schweden der Bau für einen neuen Markt, der voraussichtlich im Frühjahr 2027 eröffnen wird.

Herr Hornbach ging außerdem auf die geplante Expansion nach Serbien ein. Das ist dann die zehnte Landesgesellschaft. Der serbische DIY-Markt ist bisher deutlich weniger von international agierenden Großflächenbetreibern geprägt, was für eine gute Positionierung der künftigen Märkte spricht. Man habe es also mit guten Voraussetzungen zu tun, um strukturiert vorzugehen und großflächige Märkte für die wesentlichen urbanen Regionen des Landes, darunter Belgrad, Novi Sad, Niš und Subotica, zu entwickeln und zu betreiben.

Die für eine sehr gute Abdeckung des serbischen Marktes erforderlichen Standorte sind bereits vertraglich gesichert und befinden sich in der Genehmigungsphase. Der Baubeginn des ersten Standortes im südlichen Teil der Hauptstadt Belgrad ist für den weiteren Verlauf im Sommer vorgesehen. Der Baubeginn an einem zweiten Standort erfolgt etwas später im Herbst. Neben den Bau- und Gartenmärkten sowie Fachmärkten für Bodenbeläge ist das Unternehmen mit der HORNBACH Baustoff Union in Südwestdeutschland und im grenznahen Frankreich mit insgesamt 39 Standorten stark im Baustoffhandel vertreten. Fünf Prozent des Gruppenumsatzes entfallen auf diese Tochtergesellschaft.

Mit einem leichten Umsatzrückgang um 1,3 Prozent auf netto 352 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2025/2026 ist die HORNBACH Baustoff Union, weiterhin wie erwartet von der anhaltenden Schwäche im deutschen Bausektor und der Investitionszurückhaltung belastet. Dennoch ist dieser Geschäftszweig für uns strategisch wichtig. Mit der Übernahme eines Standortes in Sankt Wendel zum 1. März 2026 wurde zudem die regionale Marktposition im Saarland gezielt gestärkt.

An dieser Stelle wurde Herr Hornbach etwas Grundsätzlicher:

Das Zusammenspiel zwischen Kontinuität einerseits und Veränderungsbereitschaft sowie Wandlungsfähigkeit andererseits seien in der DIY-Branche essenziell. Es gehe darum, Neuerungen nicht nur mit Offenheit zu begegnen, sondern sie aktiv mitzugestalten. Eine wesentliche Rolle für die Gestaltung der Rahmenbedingungen falle dabei den Vorstandsmitgliedern zu.

Für die HORNBACH Management AG, der persönlich haftenden Gesellschafterin der HORNBACH Holding AG & Co. KGaA, wurden im März 2026 für das Vorstandsteam neue Weichen gestellt. Die Veränderungen treten mit dem Ausscheiden von Albrecht Hornbach Ende Oktober 2026 in Kraft. So wird Erich Harsch zum 1. November Vorstandsvorsitzender der Management AG. Er übernimmt das Mandat zusätzlich zu seiner Bestellung als Vorstandsvorsitzender der Baumarkt AG. Komplettiert wird der Vorstand mit der CFO, Frau Dr. Joanna Kowalska, die für das komplette Finanzwesen, zuzüglich Revision, Recht, Compliance und Investor Relations, verantwortlich zeichnet. Außerdem mit Jan Hornbach, der für die Geschäftsbereiche Immobilien und neue Märkte zuständig ist. Und mit Nils Hornbach, der die Geschäftsbereiche Fachhandel und Digitalisierung übernimmt.

Die Berufungen von Jan und Nils Hornbach in das Vorstandsteam seien ein weiterer wichtiger Schritt für den Generationenübergang und die familiengeführte Zukunft der Unternehmensgruppe, so Albrecht Hornbach.

Ergänzend zu den Vertragsverlängerungen auf Ebene der Management AG wurden vom Aufsichtsrat der HORNBACH Baumarkt AG die Bestellungen weiterer Vorstandsmitglieder dieser Gesellschaft verlängert.

Darunter Susanne Jäger, eine erfolgreiche und in der Industrie höchst angesehene Managerin, die insgesamt bereits seit mehr als 40 Jahren im Unternehmen ist. Sie ist verantwortlich für ein Sortiment mit Hunderttausenden Produkten und sie gestaltet gemeinsam mit den Teams viele Serviceangebote. Zudem wurden im zurückliegenden Geschäftsjahr auch die Vorstandsbestellungen von Christa Theurer, Jan Hornbach und Nils Hornbach für den Vorstand der Baumarkt AG verlängert.

„Alle vier bilden mit ihren Verantwortungsbereichen – Merchandising, Operative, E-Commerce, Logistik und Bau – das Herz unseres Unternehmens“, so Albrecht Hornbach.

Er bedankte sich bei allen Vorstandsmitgliedern, dass sie sich den Herausforderungen stellen und mit ganz viel Tatendrang und Herzblut die Unternehmensgruppe in diesen bewegten Zeiten mitgestalten.

Das Ganze gehe natürlich nur im Team und ganz besonders wichtig: Nur mit den Menschen, die jeden Tag auf der Fläche in den Märkten und den Logistikzentren ihr Bestes geben. Für die Bereitschaft dazu, das außerordentliche Engagement und den Machergeist bedankte sich Albrecht Hornbach ganz besonders bei allen 25.514 Kolleginnen und Kollegen der Unternehmensgruppe, die im Geschäftsjahr 2025/26 für HORNBACH tätig waren.

Die Unternehmensphilosophie erklärte Albrecht Hornbach folgendermaßen:

„Wir wirtschaften so erfolgreich, weil wir unser Unternehmen von außen nach innen denken. Konkret bedeutet das: Die Bedürfnisse der Menschen sind der Ausgangspunkt unseres Handelns. Wir schauen von außen auf unser Leistungsspektrum und fragen: Was hat sich verändert? Was brauchen die Menschen wirklich und wie können wir sie – zum Beispiel im Rahmen einer innovativen Sortimentsgestaltung – am besten bei ihren Projekten unterstützen? Und am wichtigsten für uns als Preisführer: Wie können wir unsere Produkte und die Lösungen so günstig wie möglich anbieten?“

Das Prinzip von außen nach innen sei ein wichtiger Eckpfeiler für den Erfolg. Dieser Erfolg ermöglicht es HORNBACH seit 39 Jahren, jedes Jahr eine ungeschmälerte Dividende auszahlen zu können.

Für das Geschäftsjahr 2025/2026 schlägt die Verwaltung der Hauptversammlung eine Dividende von 2,40 Euro je Aktie vor. Die Ausschüttungsquote läge folglich bei 28 Prozent.

Parallel zu den anstehenden Investitionen in neue Märkte und in neue Technologien will HORNBACH damit dem Vorgehen treu bleiben, eine Dividende mindestens auf dem Niveau des Vorjahres auszuzahlen.

Herr Hornbach zeigte sich mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr 2026/2027 zuversichtlich, auch wenn das Marktumfeld anspruchsvoll bleibt. Der DIY-Markt in Europa sei höchst attraktiv. Gerade in den östlichen europäischen Ländern sei der Bedarf hoch und die Marktsituation insgesamt gut.

Schaut man sich allein die Altersstruktur der Wohngebäude an, so erkenne man die Chancen sowohl für günstige Alternativen zur Beauftragung eines Handwerkers als auch für attraktive Do-it-for-me-Services. Deshalb setze HORNBACH seine Wachstumsstrategie konsequent fort, investiere in neue Standorte, in Digitalisierung und in operative Exzellenz.

Einige Daten aus dem Geschäftsbericht 2025/2026

Quelle: Geschäftsbericht 2025/2026 Seite 2

Angesichts der zu erwartenden Folgen stark steigender Rohstoffpreise geht der Vorstand für das laufende Geschäftsjahr 2026/2027 von einem Gesamtumsatz auf oder leicht über dem Niveau des Vorjahres aus.

Beim bereinigten EBIT wird mit einer Entwicklung auf dem Niveau des Vorjahres gerechnet.

Man bleibe insbesondere vor dem Hintergrund vielfältiger geopolitischer Herausforderungen bei der Prognose vorsichtig!

Mit einem Zuwachs von 4,9 Prozent auf zwei Milliarden Euro Gesamtumsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/2027 hat die Frühjahrssaison bisher erfreulich gestartet. HORNBACH profitiert zunehmend von einer starken europäischen Aufstellung und gewinnt weiter Marktanteile.

Auf der Ergebnisseite steht im ersten Quartal ein bereinigtes EBIT von 161 Millionen Euro. Das liegt trotz erwarteter gestiegener Kosten nahezu auf dem Vorjahresniveau. Durch das Umsatzwachstum über dem Durchschnitt der DIY-Branche konnten HORNBACH die höheren Kosten kompensieren.

Im Hinblick auf die Prognose für das Gesamtjahr 2026/27 sieht sich das Unternehmen also nach dem ersten Quartal auf einem guten Weg. Um auch weiterhin für die Kunden attraktiv zu sein und die starke Marktposition zu behaupten und auszubauen, arbeitet HORNBACH ambitioniert an der weiteren Digitalisierung des Geschäftsmodells. Dazu gehöre selbstverständlich auch der Einsatz von künstlicher Intelligenz in zahlreichen Fachbereichen. Der Anspruch sei es, an Lösungen zu arbeiten und Ideen umzusetzen, bevor es andere tun. Das sei mit dem eingangs erwähnten Zitat „Change before you have to“ gemeint – und damit beendete Herr Albrecht Hornbach seine Rede.

Nach dem Vortrag von Albrecht Hornbach bat der Vorsitzende des Aufsichtsrats, dass sich der Kandidat für den Aufsichtsrat (= Herr Michael Heinz, Jahrgang 1964) persönlich vorstellt. Eine schöne Geste, auch respektvoll gegenüber den anwesenden Aktionären.

Der Kandidat Herr Heinz stellte sich verständlich und kompetent vor. Er betonte zum Beispiel, dass er jahrelang bei BASF SE im Vorstand war und mehrere Unternehmenskäufe begleitete. Er sieht sich in der Lage, sich zum Wohle des Unternehmens, der Mitarbeitenden und der Anteilseiger einzubringen. Seine Rede wurde mit wohlwollendem Applaus bedacht.

Die Generaldebatte

Es folgte das, was ich bei einer HV normalerweise am interessantesten finde: Die Generaldebatte! Die Aktionärinnen/Aktionäre stellen Fragen - Vorstand und/oder Aufsichtsrat antworten. Gelebte Aktionärs-Demokratie sozusagen. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird der Verlauf nachfolgend in zusammengefasster Form dargestellt.

Quelle: Geschäftsbericht 2025/2026

Insgesamt war die Generaldebatte von einem konstruktiven und sachlichen Austausch geprägt. Die Fragen der Aktionärinnen und Aktionäre konzentrierten sich überwiegend auf die langfristige Entwicklung des Unternehmens, die Digitalisierung, die internationale Expansion sowie die Positionierung von HORNBACH in einem anspruchsvollen Marktumfeld. Vorstand und Aufsichtsrat bekräftigten dabei ihre Überzeugung, dass HORNBACH dank seiner starken Marktposition, seiner Mitarbeitenden und seiner langfristigen Strategie weiterhin sehr gut aufgestellt ist.

Der anwesende Vertreter der SdK (Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger) würdigte zunächst die Leistungen von Albrecht Hornbach und sprach von dem Ende einer Ära. Gleichzeitig stellte er Fragen zur künftigen Ergebnisentwicklung, zur Einführung von SAP S/4HANA, zum Einsatz Künstlicher Intelligenz, zum veränderten Kundenverhalten sowie zu den langfristigen Perspektiven des Unternehmens.

Der Vertreter der DSW (Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V.) konzentrierte sich bei seinen Fragen auf die Entwicklung der einzelnen Geschäftssegmente, die internationale Expansion, Nachhaltigkeitsthemen sowie Fragen zu Digitalisierung und Mitarbeiterbeteiligung.

Weitere Wortmeldungen von Privataktionären betrafen unter anderem die Dividendenpolitik, den Wettbewerb im Baumarktsektor, die Entwicklung des Baustoffhandels, die Expansion nach Serbien sowie die Finanzierungspolitik des Konzerns.

Die Antworten von Vorstand und Aufsichtsrat:

 Vorstand und Aufsichtsrat adressierten alle gestellten Fragen ausführlich und zur Zufriedenheit der Fragenden. Es wurde bei Ende der Generaldebatte ausdrücklich gefragt, ob es noch Rückfragen gebe oder Unklarheiten bestehen. Dies war nicht der Fall.

Vorstand und Aufsichtsrat betonten in ihren Antworten die langfristige Ausrichtung des Unternehmens. Investitionen in Digitalisierung, IT-Systeme, Marktmodernisierungen und internationale Expansion dienten der nachhaltigen Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und würden nicht immer unmittelbar zu höheren Ergebnissen führen. Zugleich wurde die Bedeutung einer ausgewogenen Kapitalallokation hervorgehoben, die sowohl Investitionen in das Wachstum des Unternehmens als auch eine verlässliche Dividendenpolitik berücksichtigt.

Ein wichtiger Schwerpunkt war die Digitalisierung. Die Einführung von SAP S/4HANA sowie der verstärkte Einsatz von Künstlicher Intelligenz sollen Prozesse optimieren, die Warensteuerung verbessern und die Servicequalität für Kundinnen und Kunden weiter erhöhen. Darüber hinaus wurde erläutert, dass KI bereits heute in verschiedenen Unternehmensbereichen eingesetzt wird, um Datenanalysen und operative Entscheidungen zu unterstützen.

Mehrfach thematisiert wurden die Herausforderungen durch Kostensteigerungen und ein anspruchsvolles Marktumfeld. Der Vorstand bekräftigte die konsequente Ausrichtung auf attraktive Preise, die Stärkung der Marktposition sowie die Gewinnung weiterer Marktanteile in den Kernmärkten. Dabei wurde auch auf Veränderungen im Kundenverhalten eingegangen. HORNBACH sehe seine Stärke insbesondere in der Verbindung aus stationärem Handel, digitalen Angeboten und einem umfassenden Projektansatz, der das Unternehmen von Wettbewerbern differenziere.

Darüber hinaus erläuterte das Unternehmen seine Expansionsstrategie und bestätigte sowohl die Weiterentwicklung des deutschen Filialnetzes als auch die Erschließung attraktiver internationaler Wachstumsmärkte. Deutschland bleibe dabei der zentrale Heimatmarkt des Konzerns. Im Hinblick auf die Expansion nach Serbien verwies der Vorstand auf die langfristigen Wachstumsperspektiven und die sorgfältige Abwägung von Chancen und Risiken bei der Erschließung neuer Märkte.

Auch Themen wie Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft und die Reduzierung von Umweltbelastungen wurden diskutiert. Der Vorstand verwies auf die vielfältigen Maßnahmen des Unternehmens in diesen Bereichen sowie auf die kontinuierliche Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie.

Zudem wurde auf die Bedeutung qualifizierter und engagierter Mitarbeitender hingewiesen sowie auf bestehende Programme zur Mitarbeiterbeteiligung und Personalentwicklung.

Präsenzquote: Diese lag laut Angaben des Aufsichtsrats-Vorsitzenden bei 80,18%.

 Die Abstimmungen

Hier gab es angesichts der Beteiligungsverhältnisse keine Überraschungen. Allen Vorschlägen der Verwaltung wurde mit großer Mehrheit zugestimmt.

Noch ein paar Anmerkungen zur kulinarischen Seite:

Zu Beginn gab es Brezeln und die üblichen Getränke (Kaffee, Tee, Kaltgetränke). Nach dem Ende der Generaldebatte gab es ein Mittagessen: Spinatknödel mit Pilzrahm, Wildkräutersalat und Parmesan (lecker!). Alternativ gab es ein Süßkartoffel-Curry-Gulasch mit Babyspinat.

Die Veranstaltung endete gegen 13:45 Uhr.

Mein Fazit:

Ein familiengeführtes Unternehmen, das der Menschheit wertvolle Dienste leistet. Gewiss, die allgemeine Inflation und Unsicherheiten (Lieferketten, geopolitische Krisenherde) drücken gerdade etwas auf die Konsumlaune der Verbraucher, wohl auch in Bezug auf Baumärkte. Das ist die allgemeine Lage, kein von Hornbach hausgemachtes Problem. Ich sehe hier weiterhin schöne Profitabilität und eine starke Marktposition, zudem macht die Familie Hornbach auf mich den Eindruck, mittel- bis langfristig zu denken und nicht nur „Quartalszahlen-orientiert“. Gefällt mir gut. Angesichts steigender Energiepreise und Konsumzurückhaltung mag das Kurspotenzial kurzfristig allerdings arg beschränkt sein. Es ist aber auch eine Aussage, dass hier die Dividende seit dem Börsengang 1987, also seit ca. 39 Jahren nie gekürzt – und mehrfach erhöht – wurde.

Und hier noch das Zitat zum Tag:

„Viele kleine Aktionäre, an vielen kleinen Orten, die viele Dinge tun, werden das Antlitz dieser Welt verändern."

- Von mir abgewandeltes afrikanisches Sprichwort

Mit freundlichem Gruß!

Ihr

Michael Vaupel

Diplom-Volkswirt

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Michael Vaupel

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