Rezension: Die digitale Bevormundung

Rezension: Die digitale Bevormundung

Kinder der 1990er werden sich vielleicht noch an die Werbe-Spots von "Media Markt" erinnern - die fand ich "kultig", mit einem Moderator, der unter dem Motto "gut, dass wir verglichen haben" in abstruse Situationen geriet.

Heutzutage lassen sich solche Kindheitserinnerungen schnell als Youtube-Filmle abrufen, so auch hier:


So können sich denken, dass ich das nicht erwähnen würde, wenn es nicht einen Bezug zum Hauptbeitrag - Rezension einer interessanten Neuerscheinung - gibt. Und diesen Bezug gibt es.

Denn der damalige Protagonist aus den "Media Markt"-Werbe-Spots ist niemand anderes als Joachim Nikolaus Steinhöfel, der inzwischen als souveräner Jurist im Sinne der Meinungsfreiheit aktiv ist.

Er fiel mir einige Male positiv auf, weil er mehrere Verfahren z.B. gegen Facebook angestrengt hat - und einen Großteil dieser Verfahren gewonnen hat.

Keine Frage, dass ich seine Neuerscheinung "Die digitale Bevormundung" umgehend gelesen bzw. verschlungen habe. Ich räume ein, dass ich - Kindheitserinnerungen und Respekt vor dem aktuellen mutigen Einsatz - positiv befangen bin.

So oder so: Bei dem Buch bringt der Untertitel auf den Punkt, um was es geht:

Wie Facebook, X (Twitter) und Google uns vorschreiben wollen, was wir denken, schreiben und sagen dürfen

Ein Beispiel: Facebook hat eine Spendenkampagne gestartet - und da wird Nutzern angezeigt, dass einige aus ihrer Freundesliste ebenfalls gespendet haben. Sollen. Denn - das ist das Beklagenswerte: Besagte Freunde haben gar nicht gespendet. Facebook teilte das einfach mit, um die Spendenbereitschaft der Nutzer zu erhöhen (nach dem Motto: Ja wenn Freund XY gespendet hat, spende ich auch...)

Wer geht schon gegen so etwas vor, selbst wenn er/sie/es es feststellt? Wohl kaum ein Privatmensch - aber Joachim Steinhöfel tut es. In seinem Buch schildert er anhand realer Fälle, wie das vor sich ging und was die Gegenseite tat, um die Klage abzuweisen.

Steinhöfel ist dabei - erfreulicherweise aus Lesersicht - erneut der harte Hund, der er auch schon in den 1990er Werbe-Spots war. Seine Sprache ist treffsicher, zeitweise aggressiv, ironisch-sarkastisch - und das alles bei einem sehr kompetenten Eindruck, den er vermittelt. Und, für mich wesentlich: Im Sinne des Guten, hier konkret der Meinungsfreiheit.

Das spielt auch bei seinem Vorgehen z.B. gegen "Faktenchecker" eine Rolle. Denn wer kontrolliert eigentlich diese manchmal öffentlich geförderten Faktenchecker? Und was ist, wenn diese "Faktenchecker" statt Fakten auch Meinungen "prüfen", wie Steinhöfel schildert? Anders als ein Faktum kann eine Meinung nicht "richtig" oder "falsch" sein in einer funktionierenden Demokratie.

Steinhöfel schildert allerdings, wie eine politisch nicht dem Mainstream zuzurechnende Meinung dann von einem "Faktenchecker" als teilweise falsch kritisiert wurde, was die Reichweite einer solchen Aussage in den sozialen Medien (wie Facebook) abträglich sein kann.

Ich bin Joachim Steinhöfel äußerst dankbar für seinen Einsatz und bin froh, dass ich dazu gut lesbar von ihm selbst ein "Update" erhalten habe, in Form seines aktuellen Buchs:

Joachim Steinhöfel: Die digitale Bevormundung

Als unabhängiger Denker und Investor - dem die Meinungsfreiheit wichtig ist - gibt es von mir ein klares Daumen hoch für diese Neuerscheinung.

Angenehme Lektüre!

Ihr

Michael Vaupel

Diplom-Volkswirt / M.A.

Michael Vaupel

"Fairness, Respekt vor Mensch und Tier sowie der gewiefte Blick für clevere Investment-Chancen - das lässt sich meiner Ansicht nach sehr wohl vereinen. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir diese Ansicht gemeinsam vertreten werden - auch gegen den Mainstream."

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