HV Bericht artec technologies AG
von Michael Vaupel
Die diesjährige ordentliche Hauptversammlung (HV) der artec technologies AG (kurz „artec“) fand am 26. Juni 2026 als Präsenz-Veranstaltung statt. Veranstaltungsort war – wie im Vorjahr - das Hotel Roshop in 49406 Barnstorf. Hier mein Bericht für Sie:
Beginn war gegen 10:00 Uhr.
Auf der Agenda standen 5 Beschlussvorschläge:
- Vorlage des festgestellten Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2025 mit dem Bericht des Aufsichtsrats (wie üblich dazu keine Abstimmung).
- Beschlussfassung über die Entlastung des Vorstands für das Geschäftsjahr 2025
- Beschlussfassung über die Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2025
- Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2026
- Beschlussfassung über die Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen und Genussrechten mit oder ohne Wandlungs- oder Bezugsrecht(en) sowie zum Ausschluss des Bezugsrechts unter gleichzeitiger Aufhebung der bisherigen Ermächtigung
- Beschlussfassung über die Schaffung eines Bedingten Kapitals 2026 unter gleichzeitiger Aufhebung des Bedingten Kapitals 2021 und entsprechende Satzungsänderung
Die Tagesordnungspunkte („TOPs“) 1 bis 4 sind im Grunde Standard, bei den TOPs 5 und 6 machte die Begründung und evtl. das Ansprechen der Planung vorab neugierig. Vorgriff auf den Vortrag des Vorstandsvorsitzenden: Dieser erwähnte, dass die Ermächtigung für das bedingte Kapital abgelaufen und durch HV-Beschluss erneuert wird (Vorratsbeschluss).
Die Veranstaltung wurde durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrats Veith Hamper eröffnet. Dieser stellte fest, dass keine Gegenanträge oder Ergänzungen der Tagesordnung eingegangen sind. Es waren ca. 10 Aktionäre anwesend, ein Notar führte das Protokoll der HV.
Es folgte der eloquente und informative Vortrag des Vorstandsvorsitzenden Thomas Hoffmann. Hier die Mitschrift (ohne Gewähr):
Herr Hoffmann skizzierte erfreulicherweise seinen Vortrag und kündigte an, auf folgende Themen eingehen:

Herr Hoffmann erläuterte, den Aktionären einen Überblick über den Geschäftsverlauf und die aktuelle Lage unseres Unternehmens zu geben. Konkret kündigte er einen Vortrag an über – Zitat:
„ein erfreuliches Geschäftsjahr 2025, unsere Ziele für 2026 und die strategische Ausrichtung der artec in naher Zukunft.“
Das Geschäftsjahr 2025 war demnach für die artec technologies AG ein Jahr der konsequenten Weiterentwicklung. Während sich die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa weiterhin durch Unsicherheiten, Investitionszurückhaltung in einzelnen Branchen sowie geopolitische Spannungen auszeichneten, konnte das Unternehmen seine strategische Ausrichtung erfolgreich fortsetzen und die eigene Marktposition weiter stärken.
Und hier sieht der Vorstand attraktive Marktchancen: Phantasie kommt zustande durch die zunehmende Bedeutung von Sicherheits-, Aufklärungs- und Monitoring-Lösungen sowie der wachsende Bedarf an der intelligenten Verarbeitung von Video-, Audio- und Metadaten. Mit den firmeneigenen Produktlinien MULTIEYE und XENTAURIX verfüge artec über etablierte Technologien, die den Anforderungen unserer Kunden in den Bereichen Sicherheit, Medienbeobachtung und kritische Infrastrukturen gerecht werden, so Herr Hoffmann.
Im vergangenen Jahr habe artec wichtige Investitionen in die eigene Technologieplattformen, die Weiterentwicklung der eigenen Softwarelösungen sowie die Skalierbarkeit der Systeme vorgenommen. Gleichzeitig konnten artec die eigene Kundenbasis weiter ausbauen und bestehende Geschäftsbeziehungen vertiefen. Diese Entwicklungen bestätigen die strategische Ausrichtung unseres Unternehmens und schaffen eine solide Grundlage für weiteres Wachstum.
Dann dankte Herr Hoffmann den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit ihrem Engagement, ihrer Innovationskraft und ihrer hohen Fachkompetenz maßgeblich zum Unternehmenserfolg beigetragen haben. Eine respektvolle Geste.
Ebenso dankte der Vorstand den Aktionärinnen und Aktionären, für Ihre langjährige Unterstützung und Ihr Vertrauen in die Zukunft der artec technologies AG. Dann ging es zu den konkreten Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres.
Zur Geschäftsentwicklung im Berichtsjahr 2025
Herr Hoffmann verwendete für die Erläuterung des Geschäftsjahres 2025 Kennzahlen nach dem Deutschen Handelsgesetzbuch (HGB).
Demnach konnte die artec technologies AG ihre positive Geschäftsentwicklung 2024 im Geschäftsjahr 2025 erfolgreich fortsetzen.
Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Geschäftsjahr 2025 gegenüber dem Vorjahr deutlich von 2,46 Mio. EUR auf 3,17 Mio. EUR. Diese Entwicklung sei insbesondere auf die steigende Nachfrage nach Lösungen in den Bereichen Cloud-Services, KI-gestützte Analyseverfahren sowie sicherheitsrelevante Anwendungen zurückzuführen, wie der Vorstand erläuterte.
Entsprechend stieg auch die Gesamtleistung unter Berücksichtigung der aktivierten Eigenleistungen. Die Gesamtleistung der artec technologies AG erhöhte sich im Geschäftsjahr 2025 auf 3,60 Mio. EUR. Sie setzt sich aus Umsatzerlösen, Bestandsveränderungen und aktivierten Eigenleistungen zusammen und spiegelt die im Berichtsjahr erbrachte betriebliche Leistung des Unternehmens wider.
Zur Zusammensetzung der Umsatzerlöse erläuterte der Vorstand:
Die Umsatzerlöse setzen sich weiterhin aus einer ausgewogenen Mischung von Projektgeschäft und wiederkehrenden Erlösen zusammen. Letztere werden vor allem durch langfristige Kundenbeziehungen in Form von Miet-, Service- und Wartungsverträgen sowie durch cloudbasierte Dienstleistungen erzielt. Der Anteil dieser wiederkehrenden Umsätze konnte im Berichtsjahr weiter ausgebaut werden und trägt zunehmend zu einer höheren Planbarkeit und Stabilität der Geschäftsentwicklung bei, so Herr Hoffmann.
Die operative Ertragskraft der Gesellschaft blieb im Geschäftsjahr 2025 auf einem guten Niveau. Das EBITDA belief sich auf 0,59 Mio. EUR. Zwar lag dieser Wert unter dem außergewöhnlich hohen Vorjahresniveau, übertraf jedoch die Erwartungen des Kapitalmarktes. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Vorjahresergebnis durch einen positiven Einmaleffekt aus einer rückwirkend gewährten Forschungszulage deutlich begünstigt wurde.
Das EBIT (= Ergebnis vor Zinsen und Steuern) der artec technologies AG verringerte sich im Geschäftsjahr 2025 von 0,20 Mio. EUR im Vorjahr auf 0,02 Mio. EUR und blieb damit gerade noch positiv. Trotz eines deutlichen Umsatzanstiegs um 29% auf 3,17 Mio. EUR konnte das operative Ergebnis nicht an das Vorjahresniveau anknüpfen.
Gründe dafür:
- Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge, die im Vorjahr maßgeblich durch die rückwirkende Gewährung einer Forschungszulage beeinflusst wurden,
- sowie höhere Materialaufwendungen.
Gleichzeitig setzte die Gesellschaft ihre Investitionen in Forschung und Entwicklung konsequent fort und aktivierte Eigenleistungen in Höhe von 0,37 Mio. EUR. Das EBIT blieb trotz dieser Zukunftsinvestitionen positiv und unterstreicht die weiterhin solide operative Ertragskraft des Unternehmens.
Entwicklung des Jahresergebnisses 2025
Das Jahresergebnis belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf -5 Tsd. EUR nach einem Jahresüberschuss von 226 Tsd. EUR im Vorjahr. Ausschlaggebend für den leichten Jahresfehlbetrag war neben dem niedrigeren operativen Ergebnis insbesondere der Steueraufwand aus latenten Steuern in Höhe von 27 Tsd. EUR. Das Ergebnis lag damit nahezu auf Break-even-Niveau.
Vor dem Hintergrund des starken Umsatzwachstums, des Ausbaus wiederkehrender Erlöse sowie der fortgesetzten Investitionen in die Weiterentwicklung der Cloud- und KI-basierten Plattformen bewertet der Vorstand die Ergebnisentwicklung als insgesamt zufriedenstellend. Die getätigten Investitionen stärken die technologische Wettbewerbsfähigkeit und schaffen die Grundlage für zukünftiges profitables Wachstum.
Dann zur Vermögenslage – zunächst ein Überblick:

Herr Hoffmann erläuterte allgemein verständlich und im Klartext: Die Vermögenslage der artec technologies AG zum 31. Dezember 2025 war weiterhin durch einen hohen Anteil immaterieller Vermögensgegenstände geprägt. Diese resultieren im Wesentlichen aus aktivierten Entwicklungskosten für selbst geschaffene Softwarelösungen und Plattformtechnologien in den Bereichen Cloud, Künstliche Intelligenz und sicherheitsrelevante Anwendungen. Der Buchwert der immateriellen Vermögensgegenstände belief sich zum Bilanzstichtag (= 31.12.2025) auf 1,76 Mio. EUR und stellte damit den größten Einzelposten des Anlagevermögens dar. Die im Geschäftsjahr vorgenommenen Aktivierungen von Entwicklungsleistungen in Höhe von 0,37 Mio. EUR unterstreichen die konsequente Fortführung der Innovations- und Wachstumsstrategie des Unternehmens, so Herr Hoffmann.
Rückgang der Bilanzsumme – die Gründe
Die Bilanzsumme verringerte sich gegenüber dem Vorjahr von 4,23 Mio. EUR auf 3,55 Mio. EUR. Wesentliche Ursachen hierfür waren laut dem Vorstand die planmäßige Rückführung von Verbindlichkeiten sowie der Rückgang der liquiden Mittel infolge der Investitionen in die Weiterentwicklung der eigenen Software- und Plattformlösungen. Gleichzeitig konnten die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aufgrund des gestiegenen Geschäftsvolumens von 91 TEUR auf 379 TEUR erhöht werden. Alle Forderungen aus 2025 waren zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses beglichen.
Auf der Passivseite verfügt die Gesellschaft weiterhin über eine sehr solide Eigenkapitalausstattung. Das Eigenkapital belief sich zum 31. Dezember 2025 auf 2,92 Mio. EUR. Aufgrund der gesunkenen Bilanzsumme erhöhte sich die Eigenkapitalquote deutlich von 69 % auf 82 % und dokumentiert die hohe finanzielle Stabilität der Gesellschaft. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden planmäßig von 226 TEUR auf 91 TEUR zurückgeführt. Insgesamt reduzierte sich die Verbindlichkeitenquote von 18 % auf 7 %.
Die Beurteilung der Vermögenslage per Ende 2025 durch den Vorstand fiel eindeutig aus, Zitat:
Insgesamt ist die Vermögenslage der artec technologies AG zum 31. Dezember 2025 als sehr solide zu beurteilen.
Die hohe Eigenkapitalquote, die deutlich reduzierte Verschuldung sowie die kontinuierlichen Investitionen in zukunftsorientierte Software- und Plattformtechnologien bilden eine stabile Grundlage für die weitere Unternehmensentwicklung.
Finanzlage 2025
Zunächst auch bei diesem Punkt eine klare Ansage des Vorstands, die danach durch Fakten begründet wurde:
Die Finanzlage der artec technologies AG war im Geschäftsjahr 2025 insgesamt solide.
Die Gesellschaft war während des gesamten Berichtsjahres laut dem Vorstand jederzeit in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachzukommen. Die liquiden Mittel beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 376 TEUR
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug 408 TEUR und stellte erneut die wesentliche Finanzierungsquelle der Gesellschaft dar. Trotz eines gegenüber dem Vorjahr niedrigeren Wertes zeigt der positive operative Cashflow die Fähigkeit des Unternehmens, aus dem laufenden Geschäft nachhaltig liquide Mittel zu generieren und wesentliche Investitionen aus eigener Kraft zu finanzieren.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich auf -451 TEUR und war insbesondere durch Investitionen in die Weiterentwicklung der eigenen Softwarelösungen, Cloud-Plattformen sowie KI-basierter Analysefunktionen geprägt. Die Investitionen erfolgten im Rahmen der langfristigen Unternehmensstrategie und dienen der Sicherung und dem Ausbau der technologischen Wettbewerbsfähigkeit der artec technologies AG.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug -300 TEUR und war im Wesentlichen durch die planmäßige Rückführung von Finanzverbindlichkeiten geprägt. Dadurch konnten die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten im Berichtsjahr deutlich reduziert werden. Die Entwicklung entspricht der konservativen Finanzierungsstrategie der Gesellschaft und führte zu einer weiteren Verbesserung der Bilanzstruktur. Infolge der dargestellten Zahlungsströme verringerte sich der Finanzmittelfonds zum Bilanzstichtag von 719 TEUR auf 376 TEUR. Der Rückgang ist dabei insbesondere auf die umfangreichen Investitionen in die Produkt- und Technologieentwicklung sowie die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten zurückzuführen.
Eine Kernaussage des Vorstands zu diesem Themenkomplex lautete: Trotz dieser Mittelabflüsse verfügte die Gesellschaft jederzeit über ausreichende liquide Mittel zur Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebs.
Die Finanzierungsstruktur der Gesellschaft beurteilt der Vorstand weiterhin als sehr stabil. Die hohe Eigenkapitalquote von 82% sowie die im Vergleich zum Vorjahr deutlich reduzierte Verschuldung unterstreichen die finanzielle Unabhängigkeit und Solidität des Unternehmens. Die Finanzierung des operativen Geschäfts und der strategischen Investitionen erfolgt überwiegend aus selbst erwirtschafteten Mitteln. Zusammenfassend ist die Finanzlage der artec technologies AG im Geschäftsjahr 2025 als solide und nachhaltig gesichert zu beurteilen. Die Gesellschaft verfügt über eine stabile Liquiditäts- und Finanzierungsbasis, um ihre strategischen Wachstums- und Entwicklungsziele auch künftig erfolgreich umzusetzen, so der Vorstand weiter.
Bonitätsanalyse
Im Rahmen einer aktuellen Bonitätsanalyse der Deutschen Bundesbank sind wir erneut mit der Bewertung „notenbankfähig“ eingestuft worden, so Herr Hoffmann. Das Investment Grade entspricht einem S&P Rating „BBB“(Vorjahr BBB-). Die Einstufung ist demnach bis zum 04. Juni 2026 gültig.
Artec habe einen Antrag auf eine Neubewertung gestellt, die Einstufung sollte in den nächsten Tagen zu gehen. Das Ergebnis werden wir auf der Internetseite veröffentlichen, so der Vorstand.
Zur Erläuterung: Innerhalb der Bonitätsprüfung wurden die Bilanzen der vergangenen zwei Jahre analysiert. Die Beurteilung erfolgt aber nicht ausschließlich anhand der nackten Zahlen. Auch die unternehmensspezifischen Verhältnisse, die aktuelle Unternehmensentwicklung und die Zukunftspotenziale fließen in die Beurteilung ein. Weiterhin ergibt sich durch den Branchenvergleich die Möglichkeit, die eigene Positionierung im Wettbewerb zu beurteilen. Ausführlichere Informationen zum Bonitätsanalyseverfahren entnehmen Sie bitte unserer Website artec.de. oder dem Internetportal der Deutschen Bundesbank

(Die Bonitätsanalyse analysiert wesentliche Kennzahlen für Rentabilität, Innenfinanzierungskraft, Liquidität und Kapitalstruktur)
Eröffnung Sales Office Dubai
Dann erläuterte Herr Hoffmann: Um die Marktchancen vor Ort noch besser zu nutzen, hat artec am 1. Januar 2026 ein Sales Office in der Dubai Media City eröffnet. Von dort aus soll die Präsenz im Nahen Osten gestärkt, das Netzwerk ausgebaut und neue Kunden gewonnen werden. Die Leitung hat Mark Barkey, ein Branchenexperte mit über 25 Jahren Vertriebserfahrung im Broadcast-, OTT- und Telekommunikationsmarkt.
Dazu zwei Zitate des Vorstandsvorsitzenden:
„Der Nahe Osten ist ein zentraler Wachstumsmarkt für unsere XENTAURIX Media & Broadcast Logging Solutions und MULTIEYE Video-Security-Technologien“
„Mit Mark Barkey haben wir einen erfahrenen Experten für die Region gewonnen. Er ermöglicht uns, unseren Kunden einen 24/7-Service zu bieten und den Support auf ein neues Niveau zu heben – von kürzeren Reaktionszeiten bis hin zu einem umfassenderen technischen Service.“

Und dann das, was Aktionäre im Hinblick auf die mögliche zukünftige Kursentwicklung interessiert: Der Ausblick und die Unternehmensziele! Es hieß also „Butter bei die Fische“, als der Vorstandsvorsitzende zum Ausblick kam.

Wirtschaftlicher Ausblick
Erfreulicherweise beinhaltete dieser Punkt auch Angaben zum aktuellen Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr 2026 sowie zum artec-Ausblick für das Gesamtjahr. Das erste Quartal 2026 verlief demnach weitgehend im Rahmen der eigenen Erwartungen. Das zweite Quartal blieb hingegen hinter den Planungen zurück. Ursache hierfür sind unter anderem die Auswirkungen des Konflikts zwischen Israel und dem Iran sowie die daraus resultierenden wirtschaftlichen Unsicherheiten.
Das artec-Geschäft im Nahen Osten ist nahezu vollständig eingebrochen. Bereits fest eingeplante Projekte wurden entweder storniert oder auf unbestimmte Zeit verschoben. Gleichzeitig beobachten wir auch in Europa und Deutschland eine spürbare Investitionszurückhaltung, wie der Vorstand erläuterte. Diese wirtschaftlichen Unwägbarkeiten erschweren derzeit eine verlässliche Prognose für das Gesamtjahr 2026. Dennoch blicken wir insgesamt zuversichtlich in die Zukunft, so Herr Hoffmann. Denn:
Die Voraussetzungen für weiteres Umsatz- und Ergebniswachstum wurden geschaffen. Traditionell bewegen wir uns in Projektgrößen im fünf- bis sechsstelligen Euro-Bereich, so der Vorstand. Inzwischen haben wir die organisatorischen und strukturellen Voraussetzungen geschaffen, um auch an deutlich größeren Ausschreibungsverfahren teilnehmen zu können. So haben wir erstmals ein Angebot für einen Auftrag im mehrstelligen Millionen-Euro-Bereich abgegeben. Auch wenn artec sich in diesem Fall preislich nicht durchsetzen konnte, zeigt dies die gewachsene Leistungsfähigkeit und Marktposition unseres Unternehmens.
Ein wichtiger Meilenstein wird die artec-Teilnahme an der internationalen Fachmesse IBC im September in Amsterdam sein, auf der wir mit einem eigenen Messestand vertreten sein werden. Dort präsentieren wir die neueste Generation unserer XENTAURIX-Software mit erweiterten Funktionalitäten.
Von dieser Veranstaltung erwarten wir wertvolle Impulse für die Gewinnung neuer Kunden sowie zusätzlicher Projekte in der EU- und EMEA-Region.
Darüber hinaus rechnet der Vorstand damit, im Herbst die nächste Generation unserer MULTIEYE-Software vorstellen zu können, die zahlreiche neue KI-gestützte Funktionen bieten wird. Den aktuellen Entwicklungsstand und weitere Einzelheiten erläutert Ihnen im Anschluss an meine Rede Jens Steuwer.
Trotz des herausfordernden Marktumfelds geht der Vorstand nach heutigem Stand davon aus, dass artec im Geschäftsjahr 2026 sowohl den Umsatz als auch das Ergebnis steigern kann. Die hierfür erforderlichen Maßnahmen wurden eingeleitet, und wir sehen weiterhin attraktive Wachstumschancen in unseren Zielmärkten, so Herr Hoffmann.
Kommentar zum Aktienverlauf der artec technologies AG
Erfreulicherweise nahm der Vorstand auch zur Entwicklung des artec-Aktienkurses Stellung. Die Entwicklung der artec-Aktie im Zeitraum von Januar 2025 bis Mitte Juni 2026 zeigt insgesamt eine positive Tendenz und spiegelt die operative Stabilisierung sowie die zunehmende Wahrnehmung unseres Unternehmens am Kapitalmarkt wider, so die Einschätzung des Vorstands.

Nach einem Jahresanfangskurs von rund 1,84 Euro konnte die Aktie im Verlauf des Jahres 2025 deutlich zulegen und das Geschäftsjahr mit etwa 2,46 Euro beenden. Dies entspricht einer Jahresperformance von rund 35 %.
Im Jahresverlauf wurde ein Höchstkurs von etwa 2,80 Euro erreicht. Wesentliche Impulse für diese Entwicklung waren die erfolgreiche Geschäftsentwicklung, die steigende Nachfrage nach Lösungen der Marken XENTAURIX und MULTIEYE sowie die zunehmende Fokussierung auf Zukunftsthemen wie KI-gestützte Analyse- und Sicherheitssysteme.
Besonders positiv wurde am Kapitalmarkt die im März 2026 veröffentlichte Meldung aufgenommen, wonach artec den Umsatz im Geschäftsjahr 2025 um rund 30 % auf 3,2 Mio. Euro steigern und damit die Erwartungen der Analysten übertreffen konnte. Im ersten Halbjahr 2026 zeigte sich die Aktie nach dem starken Anstieg des Vorjahres in einer Konsolidierungsphase. Nach einem Jahreshoch von rund 2,65 Euro bewegte sich der Kurs Mitte Juni 2026 im Bereich von etwa 2,30 bis 2,40 Euro.
Trotz dieser zwischenzeitlichen Kurskorrektur liegt die Bewertung weiterhin deutlich über den Tiefstständen des Vorjahrs. Erfreulich ist zudem, dass die Börse die strategischen Initiativen des Unternehmens honoriert hat. Dazu zählen insbesondere die internationale Expansion mit dem Vertriebsstandort Dubai, die Weiterentwicklung cloudbasierter Plattformlösungen sowie das gemeinsam mit VOMATEC gestartete KI-Forschungsprojekt CAVISIKI zur intelligenten Alarmbewertung und Leitstellenintegration.
Der Vorstand bewertet die Kursentwicklung vor dem Hintergrund des weiterhin anspruchsvollen Marktumfelds als zufriedenstellend. Gleichwohl sehen wir die aktuelle Börsenbewertung noch nicht als angemessene Abbildung des technologischen Potenzials und der zukünftigen Wachstumsmöglichkeiten der artec technologies AG an.
Ziel des Vorstands bleibt es, durch nachhaltiges Umsatzwachstum, steigende Profitabilität und eine konsequente Internationalisierung langfristig Mehrwert für unsere Aktionärinnen und Aktionäre zu schaffen. Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen und Ihre Unterstützung. Die SMC-Research erstellt laufend Analysen und Kommentare über artec technologies AG. Diese sind auf der Website der artec www.artec.de einsehbar.
Eigene Aktien:
Der Bestand an eigenen Aktien zum 31. Dezember 2025 betrug 13.450 Stück
Danach wurden nochmal die Tagesordnungspunkte eingeblendet und die Verwaltung bat um Zustimmung zu den Tagesordnungspunkten:
- Vorlage des festgestellten Jahresabschlusses zum
31. Dezember 2025 mit dem Bericht des Aufsichtsrats - Beschlussfassung über die Entlastung des Vorstands
für das Geschäftsjahr 2025 - Beschlussfassung über die Entlastung des Aufsichtsrats
für das Geschäftsjahr 2025 - Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2026
- Beschlussfassung über die Ermächtigung zur Ausgabe von Wandel-
schuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen und Genussrechten mit
oder ohne Wandlungs- oder Bezugsrecht(en) sowie zum Ausschluss des
Bezugsrechts unter gleichzeitiger Aufhebung der bisherigen Ermächtigung - Beschlussfassung über die Schaffung eines Bedingten Kapitals 2026 unter
gleichzeitiger Aufhebung des Bedingten Kapitals 2021 und entsprechende
Satzungsänderung
Der Vorstand gab noch einige Erläuterungen zu TOP Beschlussfassung 5 u.6
Demnach erhalten z.B. bei der Begabe von Wandelanleihen Inhaber das Recht, ihre Anleihen in Aktien umzutauschen, bedingtes Kapital soll unter anderem als aktienbasiertes Vergütungsmodell für langfristige Bindung von Mitarbeiter/in und Management verwendet werden.
An dieser Stelle übernahm Jens Steuwer (technischer Mitarbeiter der artec) das Wort und berichtete über die neuesten und zukünftigen Produktneuheiten, Partnerschaften bei artec. Er sprach frei und verständlich.
Interessant war seine praxisorientierte Vortragsweise, die z.B. Beispiele für den Praxiseinsatz von artec-Produkten gab.
Stand der Produktentwicklung: Im Geschäftsjahr 2026 habe artec die Weiterentwicklung der eigenen Produktplattformen konsequent vorangetrieben. Im Bereich MULTIEYE liegt der Schwerpunkt auf der Zusammenführung bewährter Funktionen mit einer neuen, skalierbaren Softwarearchitektur und KI-gestützten Analyseverfahren.
Mit MULTIEYE 4 entsteht eine neue Produktgeneration, die moderne Technologien mit den langjährig bewährten Einsatzprozessen unserer Behörden- und Industriekunden verbindet. Parallel wurden die mobile App sowie der BOS-Manager funktional erweitert und insbesondere hinsichtlich Skalierbarkeit, Sicherheit und zentraler Einsatzsteuerung ausgebaut.
Auch die artec „Media- und Broadcast-Plattform XENTAURIX“ wurde konsequent weiterentwickelt. Neue Funktionen im Bereich KI-gestützte Inhaltsanalyse, Speech-to-Text, Übersetzung sowie intelligente Metadatenanalyse ermöglichen eine noch schnellere und präzisere Auswertung audiovisueller Inhalte. Ergänzt wird die Produktstrategie durch spezialisierte Lösungen, beispielsweise für die Drohnenverwaltung und weitere behördenspezifische Anwendungen.
Insgesamt bilden diese Entwicklungsarbeiten die Grundlage für unsere zukünftige Produktgeneration und stärken unsere Wettbewerbsposition in den Bereichen Video-Sicherheit, Behördenlösungen sowie Media- und Broadcast-Monitoring.
Die Markteinführung erster Versionen der neuen Plattform ist für das zweite Halbjahr 2026 vorgesehen.
Durchaus auf Interesse stießen seine Erläuterungen – welche vielversprechend im Hinblick auf künftige Anwendungen/Kunden klangen.

Die Generaldebatte
Es folgte das, was ich bei einer HV normalerweise am interessantesten finde: Die Generaldebatte! Die Aktionärinnen/Aktionäre stellen Fragen - Vorstand und/oder Aufsichtsrat antworten. Gelebte Aktionärs-Demokratie sozusagen.
Es gab dieses Jahr allerdings nur eine Wortmeldung. Aktionär Wilm Diedrich Müller meldete sich zu Wort und kündigte an, dem Vorstand keine Entlastung zu erteilen. Als Begründung nannte er, dass die Gesellschaft keine Dividende ausschüttet. Dem Aufsichtsrat wolle er die Entlastung erteilen.
Der Vorstand Thomas Hoffmann nahm dazu Stellung und erläuterte die tatsächlichen und rechtlichen Möglichkeiten der Zahlung einer Dividende.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats stellte daraufhin fest, dass es keine weiteren Wortmeldungen gab und dass die Fragen beantwortet wurden. Somit wurde die Generaldebatte geschlossen.
Die Präsenz betrug laut Angaben des Versammlungsleiters eher übersichtliche 35,79%:
Die finale Anmeldezahl lag bei 1.024.180 Aktien.

Die Abstimmungen
Hier gab es keine Überraschungen. Allen Vorschlägen der Verwaltung wurde großer Mehrheit zugestimmt.

Mein Fazit: Hohe Chancen, aber auch Risiken
Die artec technologies AG ist unverändert in einem – meiner Ansicht nach – hoch interessanten Geschäftsfeld tätig. Observations- und Management-Systeme in Sicherheitsbehörden sind derzeit – leider, möchte ich sagen – sehr gefragt. Und wer sich mit Behörden auskennt, weiß, dass da die Mühlen gelegentlich langsamer mahlen. Wer da einen Fuß in der Tür hat – wie artec -, der kann tendenziell mit Folgeaufträgen rechnen. Doch es gibt auch Risiken, zum Beispiel im Hinblick auf die Stetigkeit von Aufträgen aus dem Nahen/Mittleren Osten. Der Einbruch bei Neuaufträgen aus dieser Region nach dem Iran-Krieg (siehe Rede des Vorstands) spricht eine klare Sprache.
Hingegen gefällt mir der Ansatz von artec, sich unverzichtbar zu machen. So ist die Einstiegshürde für Konkurrenten hoch. Denn es geht hier um sicherheitsrelevante Themen – da wird nicht so schnell zu einem Konkurrenten gewechselt, auch wenn der einen Ticken günstiger sein sollte. Apropos günstig: Per Ende 2025 betrug die Höhe des Eigenkapitals 2,92 Mio. Euro. Bei rund 2,86 Mio. Aktien entspricht das ca. 1,02 Euro je Aktie. Damit notiert die Aktie derzeit bei einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von rund 2,1, was ich für diese Wachstumsbranche nicht zu teuer finde. Positiv bewerte ich, dass hier der Gründer und Alleinvorstand stark selbst investiert ist („skin in the game“).
Die Profitabilität von artec ist indes gewiss verbesserungswürdig: 2025 rutschte das Nachsteuerergebnis in die roten Zahlen.. Wenn hier im laufenden Geschäftsjahr mit steigenden Umsätzen aufgrund von Skaleneffekten eine deutliche Verbesserung der Profitabilität erfolgen sollte, könnten auf Sicht von 12-24 Monaten signifikant höhere Notierungen drin sein. An dem erklärten Ziel, den Umsatz in den kommenden Geschäftsjahren auf mindestens 5 Mio. Euro zu steigern, wird sich der Vorstand messen lassen können. Im vorigen Geschäftsjahr (= 2025) Waren es ca. 3,2 Mio. Euro Umsatz. Ich sehe hier gute Chancen, angesichts der bisher verbesserungswürdigen Rentabilität und der recht geringen Kapitalausstattung auch signifikante Risiken.
Artec technologies Aktie
ISIN: DE0005209589
WKN: 520958
Handel an mehreren deutschen Börsenplätzen möglich
Und hier noch das Zitat zum Tag:
„Viele kleine Aktionäre, an vielen kleinen Orten, die viele Dinge tun, werden das Antlitz dieser Welt verändern." - Von mir abgewandeltes afrikanisches Sprichwort
Mit freundlichem Gruß!
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt
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