HV Bericht artec technologies AG

HV Bericht artec technologies AG

Die diesjährige ordentliche Hauptversammlung (HV) der artec technologies AG (kurz „artec“) fand als Präsenz-Veranstaltung statt. Veranstaltungsort war das Hotel Roshop in 49406 Barnstorf. Hier mein Bericht für Sie:

Beginn war gegen 10:00 Uhr.

Auf der Agenda standen 5 Beschlussvorschläge:

  1. Vorlage des festgestellten Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2023 (wie üblich dazu keine Abstimmung).
  2. Beschlussfassung über die Entlastung des Vorstands für das Geschäftsjahr 2023
  3. Beschlussfassung über die Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2023
  4. Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2024
  5. Beschlussfassung über die Aufhebung des Genehmigten Kapitals 2019, die Schaffung eines neuen Genehmigten Kapitals 2024 mit der Möglichkeit zum Bezugsrechtsausschluss sowie über entsprechende Satzungsänderungen

Die Tagesordnungspunkte („TOPs“) 1 bis 4 sind im Grunde Standard, TOP 5 hängt von den Details ab. Die Veranstaltung wurde durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrats Veith Hamper eröffnet. Dieser stellte fest, dass keine Gegenanträge oder Ergänzungen der Tagesordnung eingegangen sind.

Es saßen geschätzt 12 oder 13 Aktionäre im Publikum. Es folgte der Vortrag des Vorstandsvorsitzenden Thomas Hoffmann. Hier die Mitschrift (ohne Gewähr):

Herr Hoffmann kündigte an, den Aktionären einen Überblick über den Geschäftsverlauf und die aktuelle Lage unseres Unternehmens zu geben. Konkret kündigte er einen Vortrag an über – Zitat: „ein erfreuliches Jahr 2023, unsere Vorhaben für 2024 und die strategische Ausrichtung unseres Unternehmens in der näheren Zukunft.“

Das Jahr 2023 stellte sowohl für Kunden als auch für artec und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Herausforderung dar. Die drastische Inflation, die explodierenden Energiekosten und die verheerenden menschlichen und wirtschaftlichen Konsequenzen des russischen Angriffs auf die Ukraine führten zu erheblichen mentalen und wirtschaftlichen Belastungen für Sie, unser Unternehmen und die gesamte Branche. Trotz dieser schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen können wir feststellen, dass die operative Entwicklung der artec im Jahr 2023 insgesamt zufriedenstellend war.

An dieser Stelle sprach Herr Hoffmann als Vorstandsvorsitzender den Kolleginnen und Kollegen seinen herzlichen Dank aus – eine respektvolle Geste.

Zitat Thomas Hoffmann:

Wir sind fest davon überzeugt, dass wir gestärkt aus diesen Herausforderungen hervorgehen werden. Unsere Innovationskraft, unsere Technologiekompetenz und unser engagiertes Team bilden das Fundament, auf dem wir aufbauen können. Gemeinsam werden wir die artec technologies AG weiterentwickeln und zukünftige Erfolge erzielen.

Herr Hoffmann skizzierte dann seinen Vortrag und kündigte an, auf sieben Themen eingehen:

  1. Geschäftsentwicklung 2023
  2. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage 2023
  3. artec Aktie 52 Wochenentwicklung
  4. Forschung & Entwicklung
  5. Wirtschaftlich und technologisches Statement
  6. Unternehmensstrategie 2023/2024
  7. Abstimmung Tagesordnungspunkte

Zur Geschäftsentwicklung im Berichtsjahr 2023

Im Jahr 2023 beschäftigte unser Unternehmen am Standort Diepholz im Durchschnitt 22 Mitarbeiter, 4 Auszubildende und 1 Vorstandsmitglied.

Erfreulicherweise gab es keine Forderungsausfälle, Reklamationen oder Rechtsauseinandersetzungen zu verzeichnen. Wir konnten neue Kunden gewinnen, Folgeaufträge mit Bestandskunden abschließen und langfristige Wartungsverträge sichern. Ein herausragendes Beispiel ist ein Auftrag in sechsstelligem Volumen von einem katarischen Kunden. Zudem haben wir mehrere Tower-Systeme an einen amerikanischen Kunden aus dem militärischen Umfeld verkauft. Wir sind als Lieferant für amerikanische Streitkräfte zugelassen.

Die artec technologies AG hat sich somit im Berichtsjahr positiv entwickelt. Wir haben unseren Umsatz gesteigert, die EBITDA-Marge verbessert und uns technologisch weiterentwickelt. Dies alles vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen, den Problemen der deutschen Wirtschaft und der weiterhin bestehenden Lieferkettenproblematik bei benötigten Spezialtechnologien.

Als Spezialist für die Übertragung, Aufzeichnung und Auswertung von audiovisuellen Daten aus offenen Informationsquellen (OSINT) profitieren wir von Megatrends wie Media Mining, Cloud und künstlicher Intelligenz (KI) sowie dem zunehmenden Bedarf an Lösungen zur Bewahrung der öffentlichen Sicherheit und Terrorabwehr.

Kommen wir nun zu den Zahlen, Sie sehen einen Auszug der wesentlichen Kennzahlen nach Handelsgesetzbuch (HGB) Ertragslage 2023

Die artec technologies AG verzeichnete im Geschäftsjahr 2023 eine positive Geschäftsentwicklung und einen erfreulichen Anstieg des Umsatzes um 20 % auf 3,0 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr. Die Umsatzerlöse setzen sich aus verschiedenen Geschäftsmodellen zusammen, darunter wiederkehrende Umsätze und Projektgeschäfte. Die wiederkehrenden Umsätze resultieren aus langfristigen Verbindungen mit Endkunden, wie beispielsweise Mietzahlungen für Hard- und Software, Nutzung des XentauriX Cloud Services sowie regelmäßigen Dienstleistungen wie Wartung und Upgrades. Die Finanzkennzahlen (HGB) konnten auf allen Ebenen verbessert werden.

Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg von 0,15 Mio. EUR auf 0,53 Mio. EUR. Das EBIT verbesserte sich von -0,55 Mio. EUR auf -0,004 Mio. EUR. Beim Gewinn nach Steuern erreichte artec mit 0,01 Mio. EUR die Gewinnzone (2022: -1,05 Mio. EUR).

Gemäß § 248 Abs. 2 HGB wurden eigene Entwicklungskosten in Höhe von 0,44 Mio. EUR aktiviert und als „Aktivierte Eigenleistungen“ in der GuV-Posten ausgewiesen. Die Gesamtleistung im Jahr 2023 einschließlich Umsatzerlöse, sonstiger Erträge und aktivierter Eigenleistungen, erhöhte sich um 17 % auf 3,4 Mio. EUR (vorher 2,9 Mio. EUR).

Die Materialeinsatzquote hier in der Grafik nicht ausgewiesen blieb mit 31 % (vorher 30 %) bezogen auf die Gesamtleistung nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr. Die Personalaufwandsquote reduzierte sich um 5 Prozentpunkte auf nunmehr 41 % ist noch verbesserungswürdig und sollte zwischen 30-40% liegen.

Die Abschreibungen beliefen sich im Jahr 2023 auf 0,54 Mio. EUR, was einer Reduzierung um 0,157 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr entspricht. Diese Reduzierung resultiert aus geringeren Abschreibungen auf die aktivierten Eigenleistungen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich im Berichtsjahr um 23 % auf 0,47 Mio. EUR (vorher 0,61 Mio. EUR) im Vergleich zum Vorjahr. Die Handelsspanne, auf die Gesamtleistung berechnet, liegt nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahreszeitraum bei 69 % (70 %)

Vermögenslage

Die Bilanz der artec technologies ist durch selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände geprägt, die zu Herstellungskosten bewertet und entsprechend ihren erwarteten Lebenszyklen abgeschrieben wurden. Der Buchwert dieser Vermögensgegenstände blieb im Vergleich zum Vorjahr mit 1,890 Mio. EUR (1,87 Mio. EUR) nahezu unverändert, was wie im Vorjahr einem Anteil von 57 % der Bilanzsumme entspricht. Die aktivierten Steuern trugen weitere 0,382 Mio. EUR bzw. 11,5 % zur Aktivseite bei.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 0,408 Mio. EUR (0,223 Mio. EUR) und waren zum Zeitpunkt der Berichterstattung vollständig beglichen. Im Berichtsjahr gab es keine Forderungsausfälle zu verzeichnen. Die Zahlungsmittel verringerten sich gegenüber dem Vorjahr auf 0,128 Mio. EUR (vorher 0,245 Mio. EUR). Die wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten resultieren aus einem Darlehen bei der KFW, das mit 1 % verzinst und bis zum Ende der Laufzeit im September 2026 getilgt wird. Das Eigenkapital verbesserte sich leicht auf 2,70 Mio. EUR (vorher 2,69) Mio. EUR. Die Eigenkapitalquote bleibt unverändert bei 82 %.

Finanzlage

Im Berichtsjahr konnte mit 0,47 Mio. EUR (Vorjahr 0,23 Mio. EUR) ein positiver Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit erzielt werden. Dies verdeutlicht, dass das Unternehmen aus seinen laufenden Geschäftsaktivitäten mehr Geld generiert hat als ausgegeben, was ein wesentlicher Indikator für die finanzielle Stabilität und Leistungsfähigkeit ist.

Zur Bonitätsanalyse

Im Rahmen einer aktuellen Bonitätsanalyse der Deutschen Bundesbank sind wir ganz aktuell erneut mit der Bewertung  „notenbankfähig“ eingestuft worden. Das Investment Grade entspricht einem S&P Rating „BBB“(Vorjahr BBB-) Die Einstufung ist bis zum 12. Juni 2025 gültig.

Innerhalb der Bonitätsprüfung wurden die Bilanzen der vergangenen zwei Jahre analysiert. Die Beurteilung erfolgt aber nicht ausschließlich anhand der nackten Zahlen. Auch die unternehmensspezifischen Verhältnisse, die aktuelle Unternehmensentwicklung und die Zukunftspotenziale fließen in die Beurteilung ein. Weiterhin ergibt sich durch den Branchenvergleich die Möglichkeit, die eigene Positionierung im Wettbewerb zu beurteilen. Ausführlichere Informationen zum Bonitätsanalyseverfahren entnehmen Sie bitte unserer Website artec.de. oder dem Internetportal der Deutschen Bundesbank.

Kursverlauf

Die artec-Aktie verzeichnete zum Ende des Geschäftsjahres 2022/23 zunächst eine Abwärtsbewegung und erreichte ein Jahrestief von 1,54 EUR (XETRA-Frankfurt). Von Januar 2023 bis April 2023 bewegte sich der Kurs nahezu unverändert um die Marke von 1,60 EUR (XETRA-Frankfurt). Ab April 2023 setzte eine Aufwärtsbewegung ein, die Anfang Juli 2023 in einen Höchststand von 2,82 EUR (XETRA-Frankfurt) gipfelte.

In der Folge fiel der Aktienkurs auf 1,80 EUR und blieb für kurze Zeit auf diesem Niveau, bevor es im Oktober 2023 zu einem erneuten Anstieg kam, der einen Spitzenwert von 2,76 EUR (XETRA-Frankfurt) erreichte. Danach sank der Aktienkurs allmählich (mit gelegentlichen Auf- und Abwärtsbewegungen) und schloss das Geschäftsjahr mit einem Wert von 1,86 EUR (XETRA-Frankfurt).

Handel überwiegend Tradegate, über 50% aus dem Ausland

Analysten

Die SMC-Research erstellt laufend Analysen und Kommentare über artec technologies AG.Diese sind auf der Website der artec www.artec.de einsehbar.

Eigene Aktien

Der Bestand an eigenen Aktien zum 31. Dezember 2023 betrug 13.450 Stück

IR-Aktivitäten

Zukünftige Webcast in Vorbereitung

Forschung und Entwicklung

Im Berichtszeitraum investierte die artec technologies AG insgesamt 0,437 Mio. EUR in Forschungs- und Entwicklungskosten, welche als selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände aktiviert wurden. Dabei lag der Fokus, wie in den Vorjahren, auf der Entwicklung neuer Hard- und Softwareprodukte sowie der Optimierung bestehender Produktgruppen. Für das Produkt XentauriX wurden zusätzlich einige Software-Entwicklungstätigkeiten extern vergeben.

Die artec technologies AG ist nach hausinterner Prüfung zu der Erkenntnis gekommen, dass die Gesellschaft die Voraussetzungen für die steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung gemäß dem Forschungszulagengesetz (FZulG) vom 14. Dezember 2019 (BGBl. I S. 2763) erfüllt.

artec hat im Mai 2024 rückwirkend für den Zeitraum bis zum 1. Januar 2020 eine Erstattung von 25 % der Personalaufwendungen (F & E) bei der Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ) des Bundesministerium für Bildung und Forschung beantragt. Die Personalkosten der letzten Jahre betrugen ca. 2.4 Mio. €.

Die BSFZ bewertet Projekte anhand der Kriterien Neuartigkeit, Risiko/Unwägbarkeit und Planmäßigkeit, genauer gesagt neues Wissen zu erlangen oder bestehendes Wissen neu zu nutzen, die wissenschaftliche oder technische Herausforderungen und Risiken umfassen, klar definierte wissenschaftliche oder technische Aufgaben mit festgelegten Zielen und detaillierter Planung beinhalten.

Eigenbeschreibung artec zu Multieye:

MULTIEYE Produkte und Systemlösungen werden sowohl für einfache als auch für komplexe Videoüberwachungs- und -sicherheitsanlagen eingesetzt. Die Produkte sind so multifunktional, dass sie dem Kunden einerseits Mehrwert bieten und andererseits auch für Aufgaben wie datenschutzkonforme Videosicherheit, Produktionskontrolle und Qualitätssicherung, Verkaufsförderung, Perimeterschutz oder zur Maximierung der Betriebssicherheit eingesetzt werden.

Quelle: Unternehmensangaben

Wirtschaftlicher Ausblick 2024

Der Krieg in der Ukraine geht in sein drittes Jahr, während der Konflikt zwischen Israel und der Hamas weitere Spannungen verursacht.

Darüber hinaus bleibt die Inflation weit entfernt von den üblichen Werten. Sollten auch nur begrenzte Konflikte ausbrechen, besteht die Gefahr von Störungen auf dem weltweiten IT-Hardware-Markt.

artec ist von jeher im Projektgeschäft mit umfangreichen Herausforderungen und sich dynamisch ändernden externen Einflüssen vertraut und passt sich laufend an das gegebene Umfeld an. Dennoch, die exakten Auswirkungen auf die Kostenentwicklung dieser Faktoren sowie mögliche Engpässe und Verzögerungen in der Lieferkette lassen sich nicht zuverlässig prognostizieren.

artec ist wesentlich im Behördengeschäft tätig. Die Haushaltssperre in Deutschland hat direkte Auswirkungen auf die Vergabe von Aufträgen im Behördengeschäft. Während einer Haushaltssperre werden staatliche Ausgaben vorübergehend eingefroren, um die finanzielle Stabilität zu gewährleisten oder bestimmte politische Ziele zu erreichen.

In Bezug auf die Vergabe von Aufträgen bedeutet dies oft, dass geplante Projekte, Beschaffungen und Dienstleistungen verzögert oder sogar gestoppt werden können. Für artec, das u.a. mit Behörden eng zusammenarbeitet, kann dies zu Unsicherheit und finanziellen Einbußen führen. Geplante Umsätze könnten ausbleiben oder verzögert werden, was die Liquidität und die Planungssicherheit beinträchtigen würde.

Die Vielzahl an Unsicherheiten macht Vorhersagen derzeit schwierig. Wie ist es in H1 gelaufen? Q1 lag deutlich über den Vorjahreswerten, es zeichnet sich ab, dass Q2 hinter den Erwartungen liegt, größere Auftragseingänge, mit denen wir in Q2 gerechnet hatten, lassen auf sich warten.

Technologischer Ausblick 2024

Auf der technologischen Seite wird artec die Entwicklung von OSINT- Systemen bzw. Lösungen weiter forcieren. OSINT steht für „Open Source Intelligence“ und bezeichnet die Sammlung, Analyse und Auswertung von öffentlich zugänglichen Informationen.

Diese Informationen können aus verschiedenen Quellen stammen, darunter soziale Medien, Nachrichtenquellen, Foren und Websites.Das Ziel von OSINT- Systemen besteht darin, Erkenntnisse über bestimmte Themen, Ereignisse, Organisationen oder Personen zu gewinnen, indem öffentlich verfügbare Daten gesammelt und analysiert werden. Diese Erkenntnisse können für verschiedene Zwecke  verwendet werden, darunter Sicherheit und Strafverfolgung, Nachrichtengewinnung, Wettbewerbsanalyse, und mehr. Es ist wichtig zu beachten, dass OSINT nur öffentlich zugängliche Informationen verwendet und keine illegalen Methoden wie Hacking oder unbefugten Zugriff auf geschützte Datenquellen beinhaltet.

Unternehmensstrategie für 2024/2025

  1. Marktführerschaft bei Open Source Intelligent Managementsystemen für Sicherheitsbehörden und zivile Sicherheit Wir streben an, in diesem Bereich eine führende Position einzunehmen.
  2. 2. Umsatzziel von 3-4 Millionen Euro in 2024: Angesichts der turbulenten Zeiten und Märkte passen wir unsere Strategie 2024/25 ständig an, um wettbewerbsfähig zu bleiben und die Zukunftsthemen konsequent aufzugreifen.
  3. Spezialist in der Aufbereitung audiovisueller Informationsquellen: Im wettbewerbsintensiven Markt für Videosicherheit konzentrieren wir uns zunehmend auf die Bedürfnisse von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Durch die Verbindung unserer Plattformen XENTAURIX und MULTIEYE bieten wir ein führendes Quellenspektrum an, das TV, Radio, verschiedenste Kameras und Social Media Streams wie YouTube, Facebook und TikTok umfasst.
  4. BOS-Videomanager und abgestimmte Produktlösungen: Wir punkten mit speziell zugeschnittenen Lösungen wie dem BOS-Videomanager und bauen ein eigenes Ökosystem auf, das erhebliche Cross-Selling-Potenziale bietet. Bereits heute haben wir unser BOS-Produkt bei Landes- und Bundesbehörden sowie im Ausbildungsbereich der Polizei als zentrale Plattform etabliert.
  5. Kognitive Datenanalyse und neue Softwarekomponenten: Mittels Data Mining und künstlicher Intelligenz ermöglichen wir wichtige Zukunftsprognosen. Die neu entstehenden Softwarekomponenten werden so designt, dass sie in beiden Geschäftsbereichen unmittelbar an die jeweilige Plattform angebunden werden können. So können wir unser Portfolio für die gesamte Kundenbasis spürbar verbreitern.

Um diese innovativen Produkte effektiv vermarkten zu können, treiben wir Vertrieb und Marketing voran. Gerade im zivilen Sektor zielt unser Team darauf ab, strategische Partner, Distributoren und Integrationspartner zu gewinnen. Eine Direktbetreuung findet aufgrund der Brisanz vieler Informationen insbesondere im behördlichen Bereich statt. Zusammengefasst: Weichen für die Zukunft sind gestellt

Die Generaldebatte

Es folgte das, was ich bei einer HV normalerweise am interessantesten finde: Die Generaldebatte! Die Aktionärinnen/Aktionäre stellen Fragen - Vorstand und/oder Aufsichtsrat antworten. Gelebte Aktionärs-Demokratie sozusagen.

Die erste Wortmeldung in der Generaldebatte kam von Aktionär Wilm Müller. Dieser rief zu einer Nichtentlastung des Vorstands auf, weil keine Dividende gezahlt wird.

Da über die Entlastung des Vorstands in Tagesordnungspunkt 2 abgestimmt wurde, gab es keinen weiteren Handlungsbedarf

Aktionär Markus Böker erkundigte sich nach der Höhe der jährlichen wiederkehrenden Umsätze erkundigt.

Antwort des Vorstands: Die jährlich wiederkehrenden Umsätze betragen EUR 460.000 – Ziel sei es, diese weiter zu erhöhen.

Zudem wollte er die während Rede des Vorstands erwähnte Höhe der Personalaufwendungen in Höhe von 2,4 Mio EURO - die für eine Forschungszulage bei der Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ) des Bundesministerium für Bildung und Forschung beantragt wurden - näher erläutert haben

Antwort vom Vorstand: dieser Betrag ergibt sich aus den Personalaufwendungen für Forschung und Entwicklung für den Zeitraum 2020-2024. Dieser Zeitraum sei für die Förderung relevant.

Aktionär Herr Hacker erkundigte sich, ob der Bereich Behördengeschäft bedeute, dass artec im militärische Bereich tätig sei.

Antwort auf die Frage von Herrn Hacker, beantwortet durch COO Arne Scissek: „Der Schwerpunkt unserer Aktivitäten im Behördenumfeld liegt bei mobilen Fahndungssystemen zur Observation von Einzelpersonen und kleinen Gruppen. Hier bietet der MULTIEYE BOS Manager einen vollständigen Workflow von der Planung der Maßnahmen, über die Benutzer- und Zugangsverwaltung, Inventarverwaltung und Einrichtung der Maßnahmen bis zur Liveobservation und anschließender Auswertung. Damit haben wir in dem Bereich der Polizei- und Zolleinsätze einen Wettbewerbsvorteil gegenüber unseren Marktbegleitern und konzentrieren uns auf diesen Kundenkreis.

Daneben bedienen wir aber auch Behörden und zuletzt einen NATO-Stützpunkt mit Softwarelösungen für den KI-basierten Perimeterschutz. Die mit MULTIEYE STORM invitierte Plattform aus Hard- und Software wird nicht mehr durch artec in Eigenregie vertrieben. Nachdem es nicht gelungen ist über das EWP Kapital dafür zu generieren, wird die Hardwareplattform nun über einen Partner weitergeführt und artec liefert die Softwarelösung und realisiert die Aufschaltung im Rechenzentrum und den Wachdiensten‘‘.

Herr Thomas Hoffmann hat ein weiteres Beispiel im maritimen Einsatz auf einer Fregatte eines NATO-Partners ergänzt.

Desweiteren fragte Aktionär Herr Schmutte, wie artec personell aufgestellt ist, insbesondere in Bezug auf eine mögliche Nachfolge für den Fall, dass der Vorstand ausscheidet.

Derzeit ist artec laut dem Vorstandsvorsitzenden personell optimal aufgestellt. Es werden intern eigene Mitarbeiter/innen für Führungspositionen auch möglicherweise im Vorstand aufgebaut. Der Vorstandsvorsitzende betont die Offenheit in Bezug auf eine mögliche Fusion oder M&A. Im Zuge einer Übernahme von artec zu einem für die Aktionäre attraktiven Preis würde der aktuelle Vorstand voraussichtlich wechseln.

Die Abstimmungen

Hier gab es keine Überraschungen. Allen Vorschlägen der Verwaltung wurde großer Mehrheit zugestimmt. Die Präsenzquote lag den Angaben zufolge bei 38,23%.

TOP 2 (Entlastung Vorstand): 99,99% Ja-Stimmen

TOP 3 (Entlastung Aufsichtsrat): 99,99% Ja-Stimmen

TOP 4 (Wahl des Abschlussprüfers): 100,0% Ja-Stimmen

TOP 5 (Beschlussfassung über die Aufhebung des bestehenden Genehmigten Kapitals, Schaffung neues Genehmigtes Kapital, Satzungsänderungen): 99,99% Ja-Stimmen

Mein Fazit: Hohe Chancen, aber auch Risiken

Die artec technologies AG ist in einem – meiner Ansicht nach – hoch interessanten Geschäftsfeld tätig. Observations- und Management-Systeme in Sicherheitsbehörden sind derzeit – leider, möchte ich sagen – sehr gefragt. Und wer sich mit Behörden auskennt, weiß, dass da die Mühlen gelegentlich langsamer mahlen. Wer da einen Fuß in der Tür hat – wie artec -, der kann tendenziell mit Folgeaufträgen rechnen. Außerdem gefällt mir der Ansatz von artec, sich unverzichtbar zu machen. So ist die Einstiegshürde für Konkurrenten hoch. Denn es geht hier um sicherheitsrelevante Themen – da wird nicht so schnell zu einem Konkurrenten gewechselt, auch wenn der einen Ticken günstiger sein sollte. Apropos günstig: Per Ende 2023 betrug die Höhe des Eigenkapitals 2,703 Mio. Euro. Bei rund 2,86 Mio. Aktien entspricht das ca. 0,95 Euro je Aktie. Damit notiert die Aktie derzeit bei einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von gut 2, was ich für diese Wachstumsbranche nicht zu teuer finde. Positiv bewerte ich, dass hier der Gründer und Alleinvorstand stark selbst investiert ist („skin in the game“). Die Profitabilität von artec ist indes gewiss verbesserungswürdig: Immerhin gelang 2023 ganz knapp der Sprung in die Gewinnzone (auf Basis des Nachsteuerergebnisses). Der Jahresüberschuss 2023 lag bei rund 15 T Euro. Aber: Wenn hier im laufenden Geschäftsjahr mit steigenden Umsätzen aufgrund von Skaleneffekten eine deutliche Verbesserung der Profitabilität erfolgt, sollten auf Sicht von 12-24 Monaten signifikant höhere Notierungen drin sein. An dem erklärten Ziel, den Umsatz in den kommenden Geschäftsjahren auf mindestens 5 Mio. Euro zu steigern, wird sich der Vorstand messen lassen können. Ich sehe hier gute Chancen, angesichts der bisher verbesserungswürdigen Rentabilität und der recht geringen Kapitalausstattung auch signifikante Risiken.

Artec technologies Aktie

ISIN: DE0005209589

WKN: 520958

 Handel an mehreren deutschen Börsenplätzen möglich

Wie Sie die genannten Faktoren bewerten mag anders aussehen. Gerne können Sie mir dazu auch schreiben via info@ethische-rendite.de

Und hier noch das Zitat zum Tag:

„Viele kleine Aktionäre, an vielen kleinen Orten, die viele Dinge tun, werden das Antlitz dieser Welt verändern."

- Von mir abgewandeltes afrikanisches Sprichwort

Mit freundlichem Gruß!

Ihr

Michael Vaupel

Diplom-Volkswirt

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Michael Vaupel: „Diese Darstellung ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, dieses Wertpapier zu verkaufen oder zu kaufen. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Ich glaube an die/den mündige(n) Leser(in). Es geht um Ihr Geld - verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine.“

Michael Vaupel

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