Laborwerte verstehen

Laborwerte verstehen

Neulich, als der Arzt meines Vertrauens mit mir die Ergebnisse des Blutbilds durchging, ertappe ich mich dabei: Er verwendete einige Fachbegriffe, etwa der Art "Albumin und Globulin bilden zusammen das Gesamteiweiß im Blutserum, wissen Sie ja bestimmt" - und ich nickte eifrig.

Doch Sekunden später wurde mir klar, dass ich keineswegs verstand, um was es ging, aber nicht wie ein Idiot dastehen wollte. Asche auf mein Haupt.

Und so lautete frei nach Wilhelm Busch ein Beschluss, dass der Mensch was lernen muss. Beim Thema "Wissen zu Gesundheitsthemen, für Laien verständlich" greife ich gerne auf Bücher des kleinen, aber feinen Mankau-Verlags zurück. Und so geschah es, dass ich eine Neuerscheinung bzw. genauer gesagt Neuauflage des Verlags namens Laborwerte verstehen gelesen habe. Da ist der Name Programm:

Da werden schön übersichtlich im kompakten Format Laborwerte und ihre Bedeutung beschrieben.

Es geht da hauptsächlich um Blut-Analysen, aber auch um Urin- sowie Stuhl-Analysen. Erläutert wird dabei, um was es bei dem jeweiligen Wert überhaupt geht. Ein Beispiel:

Wert "Reikulozyten" - sagte mir vorher überhaupt nichts.

Der Wert gibt den Anteil dieser an den Erythrozyten an und ist der Anteil junger roter Blutkörperchen, die vom "Knochenmark ins Blut ausgeschwemmt werden". Dieser Wert gibt mithin Auskunft "über die blutbildende Aktivität des Knochenkmarks".

Der Normalwert liegt bei 0,5-2,0%.

Wenn der Wert darüber liegt, werden auch direkt mögliche Gründe dafür genannt: Leberzirrhose, längerer Aufenthalt im Gebirge, nach akutem Blutverlust...

Wenn der Wert unter dem Normalwert liegt, kann das laut dem Buch ein Hinweis sein auf Eisenmangel, Kupfermangel, Vitamin B12-Mangel, Folsäuremangel...

...oder auch ein Hinweis auf eine Knochenmarkserkrankung.

Das war es im Grunde auch schon zu diesem Wert. Ein kurzer, knapper Überblick, in diesem Fall auf einer Seite in dem kleinformatigen Buch. Reicht, finde ich - denn gerade dadurch bleibt der Ratgeber schön kompakt. Und wenn da größere Auffälligkeiten auftreten, empfiehlt sich sowieso eine weitergehende Recherche bzw. Konsultation des Arztes.

Ein Blick ins Inhaltsverzeichnis (Quelle: Mankau Verlag)

Mein Fazit: Ich habe inzwischen in meinem Bücherschrank eine kleine Ecke zum Thema körperliche Gesundheit. Dort findet diese interessante Publikation "Laborwerte verstehen" mit hohem Nutzwert und guter Lesbarkeit ihren Platz.

Eine kostenlose Leseprobe in Form einer PDF-Datei finden Sie unter diesem Link.

Zudem danke ich dem Verlag dafür, dass ich das unten stehende Interview mit den Autoren hier wiedergeben darf.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben einen guten Start in die Woche!

Ihr

Michael Vaupel

Diplom-Volkswirt

„Laborwerte verstehen“ stellt die wichtigsten Fachbegriffe und Analysen übersichtlich und verständlich vor. An welche Leser richtet sich der Kompakt-Ratgeber?

Maria Lohmann: Der Ratgeber richtet sich an alle, die ihre Laborwerte endlich verstehen und richtig interpretieren möchten. Außerdem verrät der Kompakt-Ratgeber, warum welche Untersuchungen notwendig sind und welche Bedeutung bestimmte Laborwerte haben. Damit lassen sich Zusammenhänge zwischen gesundheitlichen Störungen und Laborwerten besser begreifen. Das Buch bietet eine Einführung in die wichtigsten Werte, liefert Hintergrundwissen sowie einen schnellen Überblick. Es erleichtert Lesern jeden Alters das Gespräch mit ihrem Arzt.

Fast alle ärztlichen Diagnosen stützen sich auf Laboruntersuchungen. Welche Einblicke in unseren Körper und seine Krankheiten erlauben diese? 

Maria Lohmann: Laboruntersuchungen sind in der modernen Medizin unerlässlich zur Diagnosefindung. Sie helfen, Risiken und Krankheiten aufzudecken, besonders bei scheinbarer Gesundheit. Außerdem sind sie wichtig, um zu überprüfen, ob eine bereits eingeleitete medikamentöse Therapie, z. B. bei Schilddrüsen- und Herzerkrankungen oder Diabetes mellitus, richtig dosiert ist bzw. ob sie bereits gefruchtet hat.

Bezugspunkt aller Untersuchungen ist immer der „Normalwert“. Was bedeutet dies eigentlich und welche Bedeutung hat die Abweichung von der Norm?

Maria Lohmann: Der Begriff Normalwert sagt nicht mehr aus, als dass ungefähr 95 Prozent der Bevölkerung innerhalb dieses Messbereiches liegen, während die restlichen fünf Prozent von diesen Werten abweichen, ohne deswegen jedoch krank zu sein. Man kann also von der Mehrheit abweichende Werte besitzen und sich trotzdem bester Gesundheit erfreuen! Entscheidend ist, die Laborwerte nicht isoliert zu betrachten, sondern individuell, und in jedem Einzelfall neu zu interpretieren.

Viele Patienten wissen oft gar nicht, wovon ihr Arzt spricht oder welchen Sinn die Untersuchung von Blut, Urin etc. hat. Kann „Laborwerte verstehen“ hier Abhilfe schaffen oder gar den Arztbesuch ersetzen?

Maria Lohmann: Das Buch soll keineswegs das Gespräch mit dem Arzt ersetzen, sondern im Gegenteil den Dialog verbessern. Im Gespräch mit vielen Patienten wurde deutlich, dass ein hoher Bedarf an verständlichen Informationen zu den Themen Urin-, Stuhl- und Blutwerte besteht. Denn die Möglichkeit für ein ausführliches Gespräch zwischen Arzt und Patient ist selten gegeben. Ein gut informierter Patient erleichtert das Gespräch in der Praxis, ohne dass dabei der Diagnose des Arztes vorgegriffen wird.

Es ist immer viel von der Bedeutsamkeit bestimmter Werte für verschiedene Erkrankungen die Rede, z. B. beim Cholesterin. Auf was muss man hier besonders achten? 

Maria Lohmann: Zu berücksichtigen ist, dass auch Laborwerte gewissen „Modeerscheinungen“ und neuen Erkenntnissen unterliegen. Denken Sie nur an die Diskussion um das leidige Thema Cholesterin: Während vor einigen Jahren die Grenzen des Cholesterin-Normalbereichs als Einheitswerte festgesteckt wurden, interpretieren die Experten die Werte heute im Zusammenhang mit der individuellen Situation des Patienten und seinen Risikofaktoren.

Würden Sie Ihren Lesern empfehlen, sich regelmäßig testen zu lassen?

Maria Lohmann: Alle, die unter chronischen Erkrankungen leiden, wie Rheuma, Gicht oder Diabetes mellitus, von wiederkehrenden Entzündungen betroffen sind oder ständig Medikamente einnehmen müssen, sollten ihre Werte regelmäßig beim Arzt kontrollieren lassen. Außerdem sollte man das Angebot der gesetzlichen Krankenkassen nutzen, die ihren Mitgliedern ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre einen Gesundheits-Check-up anbieten. Dieser umfasst die Bestimmung von Blut- und Urinwerten sowie eine körperliche Untersuchung beim Arzt. Der Check-up soll helfen, Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen sowie Stoffwechselstörungen frühzeitig zu erkennen.

Wie kann man selbst feststellen, ob bestimmte Werte sich in einem Bereich bewegen, der von einem Labor näher untersucht werden sollte?

Maria Lohmann: Es ist sinnvoll, seinen Körper gut zu beobachten und kennenzulernen. Umso eher kann man Veränderungen bemerken, die möglicherweise auf eine Störung hinweisen, und damit frühzeitig den Arztbesuch und eine Laboruntersuchung einleiten. Wenn beispielsweise plötzlich der Urin merkwürdig riecht, starker Durst auftritt oder die Leistungsfähigkeit merklich nachlässt, sind das Symptome, denen man nachgehen muss, d. h. mit denen man einen Arzt aufsuchen sollte. Zu Hause lassen sich zudem in Eigenregie der Blutzuckerspiegel bestimmen oder die Nierenfunktion testen. Zudem bieten viele Apotheken gegen eine geringe Schutzgebühr die Bestimmung von Blutzucker und Cholesterin an, was man zwischen den Arztbesuchen ruhig einmal nutzen kann.

Michael Vaupel

"Fairness, Respekt vor Mensch und Tier sowie der gewiefte Blick für clevere Investment-Chancen - das lässt sich meiner Ansicht nach sehr wohl vereinen. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir diese Ansicht gemeinsam vertreten werden - auch gegen den Mainstream."

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