United States Antimony +641% – ist Campine der nächste Highflyer?
Was mir gestern bei US-Aktien auffiel: Die Aktie "United States Antimony Corporation" (US-Börsenkürzel UAMY) stieg gestern um 1,71 US-Dollar (USD) bzw. +19,1% auf 10,65 USD.
Da ich mich gerade mit dem strategischen Metall Antimon beschäftige, fiel mir dies auf - denn die UAMY trägt ihr Geschäftsfeld quasi im Namen ("Antimony" = Antimon).
Und die Aktie ist für mich keine Unbekannte. Zusammen mit dem gestrigen Kursplus summiert sich der Kursgewinn von UAMY der vergangenen 12 Monate auf inzwischen +641%. Wau.
Wie es der Zufall bin, habe ich zusammen mit einem Metallhändler (= Mann der Praxis) vor Jahren ein Buch über Geldanlage mit strategischen Metallen geschrieben.
Ein Nischenthema, weshalb das Buch auch kein Beststeller ist, aber im Bereich der Informationsvermittlung zu strategischen Metallen wertvolle Dienste leistet.
Der Titel des Buches (etwas wenig kreativ) lautet:
Michael Vaupel,
Beim Buchhändler Ihres Vertrauens oder bei "Amazon" erhältlich.
Dem Buch habe ich die Startgrafik zum Antimon-Kapitel entnommen, siehe hier:

Der Grafik können Sie entnehmen, dass ca. 90% des Angebots an Primär-Antimon aus China stammen. Dazu später mehr.
Ich hatte mir für die Grafik die "Wertdichte" ausgedacht. Nach dem Motto: Wenn ich soviel von dem Metall hätte, dass es den Umfang einer Milchtüte hätte, wie teuer wäre diese Menge Metall? Damals lag die Antwort bei 50 bis 100 Euro.
Bei Antimon handelt es sich um ein in Investorenkreisen weitgehend unbekanntes Halbmetall.
Dabei nutzten bereits in der Antike Frauen Antimonsulfid zu kosmetischen Zwecken.
Das Element Antimon ist ein silbrig glänzendes Halbmetall. Die Leitfähigkeit sowohl für Wärme als auch für Elektrizität ist relativ gering. Es sind andere besondere Eigenschaften, welche Antimon besonders für Legierungen sehr interessant machen.
So dehnt sich dieses Halbmetall beim Abkühlen aus. Auf diese Weise kann eine Legierung geschaffen werden, bei der mit entsprechendem Anteil von Antimon die Gesamtlegierung bei Abkühlung nicht schrumpft. Auch für Halbleiter und Erdkabel wird auf Antimon zurückgegriffen.
Eine wichtige Verwendung von Antimon (in Form der Antimonverbindung Antimontrioxid) ist die Nutzung als Flammschutz-Additiv. Dieses Additiv wird brennbaren Materialien wie Kunststoffen hinzugeben. In den USA ist diese Anwendung mit ca. 35% des Gesamtbedarfs besonders wichtig. Antimontrioxid ist laut der "Internationalen Agentur für Krebsforschung" möglicherweise bei physischer Lagerung Krebs erzeugend.
Zudem sind zahlreiche Antimon-Verbindungen zumindest umweltgefährlich. Antimon könnte als Blockware in privaten Räumlichkeiten gelagert werden.
Aber: Da eine sinnvolle Anlagemenge für private Einlagerung bei 5.000 Kilogramm liegt und dies die üblichen Einlagerungs-Möglichkeiten eines Privathaushaltes übersteigt, sollten Sie in diesem Fall auf professionelle Einlagerung zurückgreifen.
Wieso Antimon geostrategisch interessant ist:
Aktuell haben die USA China von zwei für China sehr billigen Lieferanten von Rohöl de facto abgeschnitten: Venezuela und Iran.
Und in einem "tit for tit"-Vorgehen könnte China nun im Gegenzug die USA von gewissen strategischen Rohstoffen - die aus China stammen - etwas einschränken. Und da wäre Antimon ganz vorne.
Antimon ist auch für die Herstellung von Munition notwendig (Bestandteil von Sprengstoffzündern). Ich lehne mich wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich feststelle: Antimon ist für diese Anwendung aktuell sehr gefragt. Ich stelle das wertneutral fest, nicht mehr und nicht weniger.
In dem wichtigen Antimon-Verbraucherland USA wurde bis vor einigen Jahren kein einziges Kilo Antimon gefördert.
Was die USA an Antimon gewinnen konnten, kam lediglich durch Recycling zustande. Die USA müssen ihr Antimon importieren. Den Löwenanteil aus China - ein kleinerer Teil kommt auch aus Mexiko.
Und das genannte Unternehmen "United States Antimony" ist sozusagen der einzige US-Amerikanische Lieferant von Antimon für den US-Markt. Der "Dank" sind die 641% Kursplus für die Aktie auf 12-Monats-Sicht.

Europa schläft indessen mal wieder.
Auch die europäische Industrie benötigt das strategische Metall Antimon, und auch in Europa sind wir sehr stark abhängig von Antimon-Importen aus China. Offensichtlich geht "man" davon aus, dass die problemlos weiter erfolgen. Ich wäre mir da nicht so sicher.
Oder anders gesagt: Auch, wenn ich mir sicher wäre, würde ich lieber vorsorgen.
Es gibt Möglichkeiten. Und zwar habe ich exakt ein börsennotiertes Unternehmen in Europa gefunden, das auch Antimon produziert und im europäischen Markt verkauft.
Und zwar wird dieses Antimon durch Recycling produziert. Das Unternehmen hat sich hier im Laufe von Jahrzehnten Expertise angeeignet.
Und nun, wo der Antimon-Preis deutlich gestiegen ist, zahlt sich das aus. Die Gewinne sprudeln, die Ergebnisse des Unternehmens zeigen tiefschwarze Zahlen.
Es geht um das belgische Unternehmen Campine.
Ich hatte das meinen Leserinnen und Lesern hier im Blog bereits im September 2025 ausführlich vorgestellt (bei Interesse finden Sie den Beitrag hier).
Angesichts der Kursentwicklung von von "United States Antimony" mit +641% auf 12-Monats-Sicht kann ich Ihnen nur nahelegen, sich auch einmal die Campine-Aktie anzuschauen. Der Titel ist hierzulande - noch? - kaum bekannt.
Mit herzlichem Gruß!
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
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