Rezension: CBD – die wiederentdeckte Naturmedizin

Rezension: CBD – die wiederentdeckte Naturmedizin

Haben Sie das mitbekommen? Nach dem Ergebnis der Präsidentschaftswahlen in den USA haben die "Cannabis-Aktien" deutlich zulegen können (allerdings haben sie zuvor auf Jahres-Sicht auch teilweise über 90% an Kurswert verloren).

Nach dem Motto: Ein Präsident Biden wird die Rahmenbedingungen auf Bundesebene für Cannabis-Unternehmen verbessern...

Ich selbst hatte das bisher eher am Rande verfolgt. Für meinen bornierten Blick sah es so als, als ob es da um die psychoaktiven THC-Wirkstoffe geht. Doch da ich nicht "kiffe" (ich nehme ja noch nicht einmal Kokain), ließ ich diesen gesamten Themenkomplex auch im Hinblick auf die Aktienwelt außen vor.

Inzwischen habe ich dazu gelernt. Es geht beim Thema Hanfpflanze um insgesamt ca. 600 Inhaltsstoffe, und im Hinblick auf die menschliche Gesundheit geht es da in erster Linie um das sogenannte Cannabidiol, kurz CBD. Und das ist nicht psychoaktiv.

Wenn es um Gesundheitsthemen geht, dann halte ich mich gerne an die Kompaktratgeber des Mankau Verlags. Diese sind für medizinische Laien wie mich verständlich, kompakt und mit üblicherweise hohem Nutzwert.

Wie Sie sich denken können, würde ich das nicht erwähnen, wenn ich nicht gerade die aktuelle neuerscheinung des Mankau Verlags zum Thema CBD gelesen habe. So ist es - Titel: "CBD - die wiederentdeckte Naturmedizin" von Mag. pharm. Susanne Hofmann und Mag. pharm. Alexander Ehrmann.

Gut gefällt mir, dass die Autoren beide Pharmazeuten (Mag. pharm.) sind und als Apotheker arbeiten - und einen Fokus auf den möglichen Nutzwert von CBD für Patienten legen.

Im ersten Teil des Buches geht es um grundlegende Dinge wie die Botanik der Hanfpflanze und Begriffe wie CBD oder THC. Im zweiten Teil des Büchleins geht es darum, wie CBD bei Beschwerden und Krankheitsbildern unterstützen kann.

Hier zeigt sich, dass CBD kein Wunder-Allheilmittel ist, sondern durchaus auch Nebenwirkungen haben kann und eher unterstützend bzw. zur Bekämpfung von unerwünschten Nebenwirkungen bei schulmedizinischen Therapien eingesetzt werden sollte.

Die Autoren gehen dazu auf jeweils ca. 3-4 Seiten mehrere Krankheitsbilder durch, von Alzheimer - Demenz bis Schmerzen und Entzündungen sowie den Bereich Sport.

Hier zeigt sich indes des Öfteren als Fazit, dass die medizinische Auswertung bzw. Studien dazu noch in den Kinderschuhen stecken. Ausnahme Epilepsie, wo es dem Buch zufolge bereits aussagekräftige Studien gibt.

Für meinen Geschmack gehen die Autoren da einen Tick zu sehr auf die jeweiligen Krankheitsbilder ein und zu wenig auf die möglichen Auswirkungen von CBD. Das mag aber auch daran liegen, dass es eben noch zu wenige Studien zu den Auswirkungen gibt.

Ein kurzer Teil über "CBD für Tiere" und das Hanföl rundet das Büchlein ab.

Meine Erwartungen im Hinblick auf einen Überblick über das Thema Hanf als Nutzpflanze im Allgemeinen bzw. CBD im Besonderen hat diese Neuerscheinung voll und ganz erfüllt. Hier geht es nicht in die Tiefe - aber das ist bei einem solchen Kompaktratgeber im kleinen Format auch gar nicht sinnvoll. Insofern Daumen hoch meinerseits für:

Hofmann/Ehrmann: CBD - die wiederentdeckte Naturmedizin

Eine kostenlose Leseprobe in Form einer PDF-Datei finden Sie bei Interesse unter diesem Link.

Viele Grüße und ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein frohes neues Jahr!

Ihr

Michael Vaupel

Diplom-Volkswirt

Es folgt ein Interview mit den beiden Autoren des Buches - ich danke dem Mankau Verlag für die Genehmigung zur Veröffentlichung des lesenswerten Interviews.

Hanfprodukte und die entsprechende Ratgeber-Literatur liegen derzeit voll im Trend. Was ist das Besondere an Ihrem neuen Kompakt-Ratgeber über CBD?

Mag. Susanne Hofmann: Wir haben in unserem Ratgeber ganz klar einen Fokus auf den wissenschaftlichen Hintergrund der Heilpflanze gelegt. Uns war es wichtig klarzustellen, dass die Hanfpflanze kein Lifestyle-Produkt ist, sondern ein enorm breites Spektrum in ihrer medizinischen Wirkung aufweist. Wir wollen auch aufmerksam machen, dass es – neben den vielen positiven Eigenschaften – auch Wechselwirkungen und sogar Kontraindikationen bei der Anwendung geben kann.

Hanf ist eine uralte, jedoch vergessene und in Misskredit geratene Heilpflanze. Woran liegt das eigentlich, und wie lässt sich die aktuelle Situation skizzieren?

Mag. Alexander Ehrmann: Hanf in seiner Komplexität ist ja vor allem durch den Inhaltsstoff THC (Tetrahydrocannabinol) und dessen psychoaktive Wirkung bekannt und auch beliebt. Schaut man sich die geschichtliche Entwicklung an, so ist zu erkennen, dass die politisch motivierte Verbannung in den 1920er- bis 1930er-Jahren dazu führte, dass Hanf nur noch als Droge dargestellt wurde. Erst Mitte der 1960er-Jahre konnten Wissenschaftler, auch aufgrund des technologischen Fortschritts, beginnen, Hanf in seiner Gesamtheit zu erforschen und besser zu verstehen. Der Mythos der Droge hängt allerdings auch heute noch wie ein Damokles-Schwert über der Heilpflanze. Wir sind aus medizinischer Sicht auf einem guten Weg, Hanf und vor allem dessen Inhaltsstoff CBD (Cannabidiol) ins rechte Licht zu rücken, wenngleich noch viel Überzeugungsarbeit gegenüber den gesetzlichen Entscheidungsträgern geleistet werden muss.

Etwa 600 chemische Verbindungen wurden in den letzten 60 Jahren in den verschiedensten Cannabissorten erforscht, mehr als 50 Substanzen davon mit nachgewiesener Heilwirkung. Was sind die wichtigsten Inhaltsstoffe, und worin besteht ihre Wirkungsweise?

Mag. Ehrmann: Ganz klar stellen die Cannabinoide wie THC und CBD die wichtigsten und auch besterforschten Inhaltsstoffe der Hanfpflanze dar. Unter anderem sind diese in der Lage, körpereigene Rezeptoren zu aktivieren, die beispielsweise eine Rolle in der Schmerzstillung oder auch Entzündungshemmung spielen. Neben den Cannabinoiden sind es vor allem aber auch die Terpene, die durch ihre synergistische Wirkung die Hanfpflanze für viele Erkrankungen einsetzbar machen. Terpene sind Stoffe, die wir auch aus der Aromatherapie kennen. Sie sind für den Geruch der jeweiligen Pflanzen verantwortlich und haben neben diesem Dufteffekt auch noch eine Vielzahl an therapeutisch einsetzbaren Wirkungen. Durch die Verwendung der gesamten Hanfpflanze entsteht eine einzigartige Wirkungsweise, die wir auch als „Entourage- Effekt“ bezeichnen: Das Zusammenspiel der unterschiedlichsten Inhaltsstoffe bringt einen positiven Benefit in der Wirksamkeit.

Bei vielen (Zivilisations-)Erkrankungen kann CBD eine positive Ergänzung zur Schulmedizin sein, in einigen Fällen stellt CBD sogar eine echte Alternative dar. Welche Beschwerden können beispielsweise erfolgreich mit Cannabidiol behandelt werden?

Mag. Ehrmann: Die besten Studien und auch die besten Erfolge einer CBD-Behandlung zeigt die Anwendung bei Epilepsie-Erkrankungen. Jedoch ist hier eine genaue Abstimmung der Medikation und des CBD-Produktes durch einen Arzt unerlässlich. In unserer Apothekenpraxis sehen wir besonders bei Patienten mit Hautproblemen, aber auch bei Schlafstörungen oder Stress einen großen Benefit durch die CBD-Einnahme.

Angefangen von Ölen, Samen, Tees bis hin zu rauchbarem Liquid und Kapseln – die Palette an CBD-Produkten wird immer größer. Was sind die Unterschiede der einzelnen Darreichungsformen, und worauf sollte man als Verbraucher besonders achten?

Mag. Hofmann: Die Unterschiede der einzelnen Darreichungsformen liegen in der Bioverfügbarkeit, also wie viel tatsächlich vom Körper aufgenommen wird, und in der Dauer der Wirkung. Welches Produkt für welche Beschwerde in Frage kommt, sollte stets fachlich abgeklärt werden. Auch ist immer auf eine ausreichende Deklaration der wirksamen Inhaltsstoffe zu achten. Die Finger sollte man auf jeden Fall von Produkten lassen, die weder Inhaltsstoffe noch die Mengen derselbigen ausloben.

Die Anwendung von CBD-Produkten gilt in der Regel als sicher und nebenwirkungsarm. Dennoch gibt es bei der Kombination mit Medikamenten auch Wechselwirkungen und Nebenwirkungen. Welche sind dies, und wer sollte auf die Einnahme besser verzichten?

Mag. Hofmann: Eine ganz klare Kontraindikation stellen CBD-Produkte bei Kindern und Jugendlichen sowie bei Schwangeren dar. Hier ist definitiv von einer Selbstmedikation mit CBD abzuraten. Für diese Patientengruppe gibt es einfach zu wenige Studien und Langzeituntersuchungen! Auch Patienten, die bestimmte Antidepressiva, Blutverdünner oder auch Antibiotika einnehmen, sollten mögliche Wechselwirkungen mit ihrem Arzt oder Apotheker abstimmen. Hier kann es doch zu einer ungewollten Verminderung, Verstärkung oder Verlängerung der Medikamentenwirkung kommen.

Die Beliebtheit von CBD hat sich in den letzten Jahren nicht nur in der Humanmedizin gezeigt, sondern hält auch in der Veterinärmedizin Einzug. Wie können (Haus-)Tiere von der Wirkung profitieren?

Mag. Ehrmann: In der Veterinärmedizin sind CBD-Produkte für ganz ähnliche Beschwerden wie beim Menschen einsetzbar. Besonders nervöse Tiere profitieren von der CBD-Gabe ungemein. Allerdings ist darauf zu achten, dass die Produkte tiergerecht abgestimmt sind. So vertragen etwa Katzen nicht alle Produkte und können bei falscher Anwendung langfristig gesehen mehr Schaden davontragen als Nutzen ziehen. Ebenso ist in der Dosierung darauf zu achten, dass die Tiere adäquat eingestellt werden. Weniger ist hier definitiv mehr.

Schon seit Jahrzehnten wird über die umfassende Legalisierung von Hanf sowohl als Heil- wie auch als Genussmittel gestritten. Wie beurteilen Sie diese Debatte aus pharmazeutischer Sicht?

Mag. Hofmann: Ein kontrollierter medizinischer Einsatz von Hanfprodukten ist aus wissenschaftlicher Sicht sicherlich zu unterstützen. Es braucht aber auf jeden Fall klare Regelungen. Momentan schweben CBD-Produkte nämlich in einer rechtlichen Grauzone. Aus unserer Sicht muss diese Lücke schnellstmöglich geschlossen werden.

Das Interview wurde im Oktober 2020 geführt.

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Michael Vaupel

"Fairness, Respekt vor Mensch und Tier sowie der gewiefte Blick für clevere Investment-Chancen - das lässt sich meiner Ansicht nach sehr wohl vereinen. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir diese Ansicht gemeinsam vertreten werden - auch gegen den Mainstream."

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