Hilfsprojekt in Namibia

school project

Hilfsprojekt in Namibia

Im Dezember 2017 habe ich mir das "School Project & Community Centre", in dem auch Freiwillige aus Deutschland gearbeitet haben, vor Ort angeschaut. Es befindet sich auf dem sandigem Boden der Wüste Namib in der Wohnsiedlung der Democratic Resettlement Community (DRC), einem Slumviertel Swakopmunds in Namibia. Dieses Projekt dient der gesamten Gemeinde, konzentriert sich jedoch hauptsächlich auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen. Ich habe mir dieses Projekt vor Ort angeschaut.

In der Hoffnung auf Arbeit ziehen viele Leute aus dem Norden Namibias an die Küste, was in den letzten Jahrzenten zur Bildung von armen Vorstädten geführt hat. So haben die meisten der dort lebenden Menschen, keine oder nur unregelmäßige Arbeit und sind gezwungen im DRC unter ungünstigen Umständen zu leben. Einige tausend Menschen leben dort in Hütten, die u. a. aus Blech oder Holz gebaut wurden, ohne Elektrizität und fließendes Wasser.

Das Schulprojekt besteht aus mehreren aneinandergeschweißten Containern, die als Klassenräume für Schülerinnen und Schüler, sowie Kindergartenkinder genutzt werden. Dort werden Kinder und Jugendliche u.a. von freiwilligen Helfern unterrichtet. Das Angebot dieser Einrichtung geht von der Hilfe bei der Hausaufgabenbetreuung am Nachmittag über das Einführen von verschiedenen Nachmittagsaktivitäten bis hin zur Mithilfe bei der Durchführung von Computerunterricht.

Der Begriff "Schulprojekt" ist genau genommen nicht korrekt, da es sich um keine Schule im rechtlichen Sinne handelt, sondern um ein Betreuungs- und Nachhilfe-Projekt. Es geht auch darum, Kinder, die sonst auf der Straße herumlungern, zu fördern und zu fordern und ihnen den Weg in ein geregeltes Leben zu erleichtern. Ein Ziel ist es, Kinder von der Straße zu holen und ihnen wieder den Spaß am Leben zurückzugeben.

Bei diesem Projekt handelt es sich um eine nicht staatlich finanzierte Organisation, die daher von materiellen und finanziellen Spenden lebt. Die finanziellen Mittel werden u.a. für die stetige Lehrmittelbeschaffung für die zahlreichen Kinder genutzt sowie kleine und große Sanierungen der Gebäude und des Geländes. Es geht nicht nur um das Lernen, sondern auch darum, aus diesem Platz ein Kinderparadies zu erschaffen, damit all die Kinder ihre Kindheit unbeschwert und in vollen Zügen genießen können.

Ich finde: Ich habe mir das Projekt vor Ort angesehen und halte es für ein glaubwürdiges und realistisches Ziel, Kinder von der Straße zu holen und ihnen wieder den Spaß am Leben zurückzugeben. Das erspart auch Folgekosten, denn wer weiß was aus den Kindern werden würde, die sonst wahrscheinlich auf der Straße herumlungern würden. Hier besteht die Möglichkeit, mit überschaubaren Mitteln das Leben dieser Kinder spürbar zu verbessern.

Ein Nachteil aus meiner Sicht: Es handelt sich um kein Projekt "Hilfe zur Selbsthilfe", wie ich es sonst bevorzuge. Beispiel Malawi - da war eine Anschubfinanzierung nötig zur Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktion, danach läuft das Projekt von selbst. Hier hingegen werden keine Einnahmen erzielt, denn die Kinder zahlen - natürlich - keinen Cent. Die Ausgaben halten sich im Rahmen, da z.B. kein Essen angeboten wird. Fakt ist aber: Das "School Project & Community Centre"-Projekt ist von fortlaufenden Einnahmen abhängig. Hier gilt es abzuwägen, und die Entscheidung muss natürlich jede(r) für sich selbst treffen.

VAdmin
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