HV Valora Effekten Handel (VEH) 2026
Was haben die Aktiengesellschaften Schlossgartenbau AG, Nationalbank Essen, Naturstrom AG, Industriehof AG oder WKV gemeinsam?
Antwort: Sie sind alle unnotiert, d.h. an keiner Wertpapierbörse notiert.
Für mich war das bisher ein Ausschlusskritierium. Was will ich mit Aktien, die ich überhaupt nicht handeln kann? (Und wie soll ich die dann überhaupt kaufen?)
Inzwischen habe ich ein wenig umgedacht. Denn ich war neulich bei der Hauptversammlung eines nicht börsennotierten Immobilienunternehmens, das mir sehr gut gefallen hat. Das Management machte einen ausgezeichneten Eindruck, die Bilanzkennzahlen sehen gut aus (z.B. solide Eigenkapitalquote) und es gibt eine schöne Dividendenrendite.

Am Veranstaltungsort für die kleine, aber feine HV. Hatte Charme.
Ein Randaspekt: Die Hauptversammlung war sehr angenehm. Da die Aktie nicht börsennotiert ist, waren nur ca. 5 Aktionäre vor Ort. Da war ein ganz anderer persönlicher Umgang auch mit den Mitgliedern von Vorstand und Aufsichtsrat möglich als z.B. bei einer Massen-HV wie die der Deutschen Post oder Bayer, wo ich dieses Jahr war. Und während es bei Letzteren "Essens-Bons" für ein trockene Brötchen mit Industrie-Siedewurst gab, hatten die ca. 5 Aktionäre bei der nicht-börsennotierten AG ein ganzes Kuchenbuffet für sich alleine. Doch Sie haben natürlich völlig Recht, ich schweife ab. (Bei Interesse finden Sie einen ältereren HV-Bericht von mir zu diesem Unternehmen unter diesem Link).
Denn eigentlich möchte ich heute von einer ganz anderen Hauptversammlung berichten. Ich war heute bei der HV der Valora Effekten Handel (VEH). Und die ermöglichen den Handel mit ebensolchen "unnotierten Aktien".
Die diesjährige ordentliche Hauptversammlung (HV) der Valora Effekten Handel AG fand am 20. Mai 2026 „mit Präsenz“ statt. Veranstaltungsort war das Radisson Hotel in Ettlingen.
Hier mein Bericht für Sie:
Beginn war gegen 10:00 Uhr. Die Eröffnung der Veranstaltung erfolgte durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrats Herrn Ralf Bake.
Nach den weiteren, üblichen Formalia übernahm der Alleinvorstand Klaus Helffenstein das Wort.
Dieser gab zunächst einen Überblick über das Geschäftsjahr 2025. „Seit Jahren ein Problem“ seien die Rechtskosten zur Abwehr der Angriffe der Reich-Gruppe. Zwar konnten in der Vergangenheit positive Gerichtsurteile erreicht werden, viele seien aber noch nicht rechtskräftig. Deshalb wurde noch nicht viel erstattet. Wir hatten über 100.000 Euro Rechtskosten deshalb im vorigen Geschäftsjahr. Die Reich-Gruppe hatte bei der vorigen Hauptversammlung über 200 Fragen gestellt.
Zum 30.9.2025 lagen wir im Umsatz dank Sonderaufträgen bei 4,5 Mio. Euro. Wir planten mit Gesamtjahresumsatz von 4,5 bis 6,5 Mio. Euro. Wir lagen zum Stichtag 30.9.25 über unserer Ergebnisplanung. Im gesamten Geschäftsjahr 2025 hat sich die Zurückhaltung unserer Kunden im Basisgeschäft fortgesetzt. Dank Paket-Umsätzen lagen wir aber im Rahmen der dann angepassten Planung (5,5 bis 6,5 Mio. Euro).

An den Fonds für allgemeine Bankrisiken wurden 104.000 Euro abgeführt. Unter dem Strich blieb ein Ergebnis von ca. 59.000 Euro.
Liquiditätsrisiken waren dank Eigenkapital-Ausstattung nicht erkennbar.
Zum 31.12.25 lag der Bestand an börsennotierten Wertpapieren bei rund 0,9 Mio. Euro. Zwei Positionen mit Volumen von über 100.000 Euro per Stichtag:
MPC AG und United Internet AG
Die Finanzierung erfolgte vollständig aus Eigenkapital.
Die Liquidität ist geparkt, und steht jederzeit zur Verfügung. Liquiditätsrisiken sind nicht erkennbar. Die Liquidität soll die VEH von Bankenfinanzierung unabhängig machen.
Risiken: Rückgang der allgemeinen Aktienmärkte birgt Risiken. Chancen: Die Gesellschaft verfügt in ihrem Geschäftsfeld über gute Geschäftschancen. Diese beziehen sich auf langjährige Kunden und Chancen bestehen in der Gewinnung neuer Kunden. Insgesamt sieht der Vorstand die Risiken als überschaubar an.
Prognose 2026: Ungeprüftes Ergebnis zum Ende des 1. Quartals, da gab es ca. 15.000 Euro Rechtskosten wegen Reich-Gruppe. 4-5 Mio. Euro Umsätze und Ergebnis von ca. 70.000 Euro sind geplant für das Geschäftsjahr 2026. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass sich das allgemeine Umfeld für nicht-börsennotierte Aktien auf niedrigem Niveau entwickeln wird. Es können sich wesentliche Chancen aus Paket-Geschäfte ergeben. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters der Mitarbeiter wird jemand gesucht, der VEH evtl. übernimmt, Liquidation sieht der Vorstand als nicht sinnvoll.
Dann wurde es sehr spannend, denn es begann die Generaldebatte - und die war alles andere als langweilig! Konkret:
