Der Longevity Kompass
Jetzt, wo die eigene sterbliche Hülle sich (wahrscheinlich) in der zweiten Hälfte ihrer Existenz befindet, finde ich das Thema Langlebigkeit durchaus interessant.
Auf Neudeutsch heißt Langlebigkeit auch "Longevity" und ist nicht nur in meiner Altersklasse zu einem gewissen Trendthema geworden. Das kann ich aus dem eigenen Bekanntenkreis bestätigen.
Und so kam es, dass ich das relativ neue Buch "Der Longevity Kompass" der fachkundigen Autoren Prof. Dr. Volker Limmroth und Dr. Gerd Wirtz neulich las.
Der Untertitel lautet:
Anleitung für ein langes und gesundes Leben
Was mir an dem Buch gut gefallen hat, ist der niedrigschwellige Einstieg. Bei zwei fachlichen Koryphäen als Autoren hatte ich durchaus etwas Sorge, dass die Lektüre für mich als medizinischen Laien zu anspruchsvoll sein würde.
Das war erfreulicherweise nicht der Fall. Das Buch ist allgemein verständlich und baut auch durch einige persönliche Anmerkungen der Autoren eine gewisse "Nähe" auf.
Zunächst werden die Grundlagen geklärt, im Rahmen einer umfangreichen Einführung in das Thema Longevity.
Wieso wir eigentlich altern, das ist - neben dem philosophischen Aspekt - medizinisch beantwortbar, was im Kapitel II geschieht.
Desweiteren wird geklärt, ob und wenn ja wie stark unsere Gene bestimmen, wie alt wir werden.
Kernstück des Buches sind dann aber die "Säulen der Langlebigkeit".
Denn das interessiert mich als Leser:
Was kann ich selbst tun, um länger zu leben...und wenn nicht länger, dann aber länger möglichst gesund?
Da werden gut strukturiert konkrete Punkte wie Ernährung, Bewegung, "Brain Health" und "Social Health" genannt und besprochen.
Also uneingeschränkte Lese-Empfehlung meinerseits?
Nicht so schnell. Denn ich habe durchaus Kritik. Diese betrifft den Punkt "Nutzwert". Denn das Buch hinterließ bei mir den Eindruck, dass ich eine gut strukturierte Übersicht zum Thema "Longevity" erhalten hatte, von zwei kompetenten Autoren.
Doch es fehlte mir der Schwerpunkt auf "Nutzwert für die Leser".
Die Autoren vermittelten mir vielmehr den Eindruck, möglichst viel Wissen für medizinische Laien zum Thema in das Buch packen zu wollen.
Ein Beispiel: Beim Thema "Social Health" führen sie mehrere Länder auf und berichtten, was es dort für staatliche Maßnahmen zu dem Thema gibt. Nun, "interessant"...aber was bringt das mir als interessierter Laie, der konkrete Tipps für seinen Alltag sucht?
Gewiss, es gibt auch konkrete Tipps, aber die wirken teilweise etwas abgehoben (beinahe hätte ich geschrieben, Elfenbeinturm). So wird beim Thema "Social Health" auf die Wichtigkeit sozialer Beziehungen verwiesen. Und dann steht dort ernsthaft als ein Punkt "Freunde: Freundschaften basieren auf freiwilligen Beziehungen, die durch gemeinsame Interessen, Werte und Erfahrungen geprägt sind". Männer-Freundschaften werden gelobt, weil diese oft aus gemeinsamen Sport bestehen und damit im Sinne der Longevity wirken.
Da konnte ich nur den Kopf schütteln.
Insgesamt also eher ein gemischtes Fazit meinerseits für:
Prof. Dr. Volker Limmroth / Dr. Gerd Wirtz: Der Longevity Kompass
Eine kostenlose Leseprobe finden Sie bei Interesse unter diesem Link.
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Angenehme Lektüre!
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.