Rezension „Wie man eine Bilanz liest“

Rezension Wie man eine Bilanz liest

Rezension „Wie man eine Bilanz liest“

Hier meine Rezension von "Wie man eine Bilanz liest "von Reinhold Nagel (3., überarbeitete Auflage).

Dieses Büchlein (rund 130 Seiten) hatte mich neugierig gemacht. Denn gelegentlich stelle ich bei Gesprächen mit anderen Aktionären (z.B. auf einer Hauptversammlung) fest, dass diese manchmal kaum wissen, wie eine Bilanz zu lesen ist. Würde mich wahrscheinlich ähnlich gehen, wenn ich neu bei der Thematik wäre und nicht Volkswirtschaftslehre studiert und seit Jahrzehnten Geschäftsberichte gelesen habe.

Und dann gibt es ja auch rein charttechnisch orientierte Anleger(innen), die ohnehin nicht in die Bilanz des Unternehmens "ihrer" Aktie schauen.

Für diese Aktionäre ist ein schneller, leicht lesbarer Überblick zum Thema Bilanzen meiner Ansicht nach nützlich. Ist dafür "Wie man eine Bilanz liest" nützlich? Hier meine Einschätzung:

Der Ansatz des Autors ist mir sehr sympathisch. Er ist laut eigenen Angaben Bilanzbuchhalter und sah sich in einer Situation, in der sein Sohn Wirtschaftsinformatik studieren wollte. Der Autor/Vater entschloss sich, dem Sohn das Wissen zum Bilanz lesen innerhalb weniger Abende zu vermitteln. Zitat. "Dieses Wissen zu vermitteln, musste schnell und auf verständliche Weise erfolgen und auch mit wenig Zeitaufwand möglich sein."

Das war die Grundlage für das Buch "Wie man eine Bilanz liest". Dieses besteht aus vier Teilen:

  1. Der erste Teil ist das Kernstück des Buches: Hier wird anhang von diversen Geschäftsvorfällen eines fiktiven Unternehmen erläutert, wie sich das in der Bilanz auswirkt. Hier wird natürlich die Buchführung gestreift, doch es geht in erster Linie um den Aufbau einer Bilanz und Veränderungen in derselben.
  2. Im zweiten Teil geht es um die Analyse der Bilanz eines real existierenden Unternehmens - der BASF.
  3. Im dritten Teil dann geht es um diverse Kennzahlen (Ebitda, Cash Flow)
  4. Und Teil Nummer 4 umfasst dann wichtige Analysekriterien

Nun, Teil 1 finde ich äußerst gelungen. Mit knapp 60 Seiten ist dies auch mit Abstand der größte Teil des Buches. Für mich persönlich war dieser Teil allerdings weniger interessant, da es in der Tat um Grundlagen geht. Doch wer sich mit Bilanzen bisher noch (fast) gar nicht auskennt, für den ist dieser "Lehrgang" (= Teil 1) durchaus nützlich und empfehlenswert.

Mit Einschränkungen (da etwas sprunghaft) fand ich auch Teil 2 gelungen. Der Ansatz, anhand der richtigen Bilanz eines DAX-Unternehmens einige Punkte zu erklären, gefällt mir.

Allerdings war ich vom Umfang des dritten Teils sehr enttäuscht. Ich glaube, es waren lediglich ca. 5 Seiten, in denen sich dort mit den Kennzahlen beschäftigt wurde. Aber gerade diese Kennzahlen sind doch wichtig, wenn ein Aktionär seine Aktie unter Fundamentalgesichtspunkten bewerten möchte! Ebitda und Cash Flow werden erläutert - aber noch nicht einmal das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) ist dabei.

Ähnlich Teil 4 - wo auf gerade einmal 8 Seiten Fragen gestellt werden, die sich im Hinblick auf eine Bilanz stellen lassen. Doch für Anfänger(innen) wären wohl eher die dazu passenden "Antworten" hilfreicher gewesen.

Anhand meiner Einschätzung können Sie beurteilen, ob dieses Buch etwas für Sie sein könnte:

Reinhold Gagel: Wie man eine Bilanz liest

Erfolgreichen Wochenstart!

Michael Vaupel

Diplom-Volkswirt

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Michael Vaupel

"Fairness, Respekt vor Mensch und Tier sowie der gewiefte Blick für clevere Investment-Chancen - das lässt sich meiner Ansicht nach sehr wohl vereinen. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir diese Ansicht gemeinsam vertreten werden - auch gegen den Mainstream."

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