White Rabbit

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Liebe Leser,

vor einigen Tagen ist das Buch „White Rabbit“ von Matthias Matussek erschienen – der Untertitel machte mich neugierig: „Oder der Abschied vom gesunden Menschenverstand“. Außerdem erhoffte ich mir ein paar Interna und Anekdoten aus seiner Zeit als berühmt-berüchtigter Journalist.

Es fällt mir schwer, das Buch in eine Schublade einzuordnen. So geht das erste Drittel des Buches recht sprunghaft um die Reisen des Autors z.B. in die Vereinigten Staaten. So berichtet er von einem Kongress in den USA, Zitat: „Erstaunlich viele erklärten mir im Anschluss an die Eröffnungsrede mit einem gewissen Stolz, dass sie Wurzeln in Deutschland hätten. Deutsche sind populär in den Staaten. Viel populärer als in Deutschland.“

Als ein Leitmotiv des Buches sehe ich die Hervorhebung des britischen Autors G. K. Chesterton, auf den Matussek offensichtlich große Stücke hält. Ich selbst musste die Biographie von Chesterton (1874-1936) erst einmal bei Wikipedia nachschlagen (hier).

In dem Buch werden immer wieder Aussagen von Chesterton zitiert, wie

„Wenn es keinen Gott gäbe, gäbe es auch keine Atheisten“.

Oder: „Die Bibel lehrt uns, unseren Nachbarn zu lieben, und auch, unsere Feinde zu lieben; wahrscheinlich, weil es sich um dieselben Leute handelt.“

Und noch eins: „Ein gewisser Grant Allen schreibt ein Buch über die Evolution von der Idee von Gott? Ach ja? Chesterton antwortet, es sei sicher interessanter, ein Buch von Gott zu lesen übe die Evolution der Idee von Grant Allen.“

Sowie: „Wir brauchen keine Zensur der Presse – wir haben eine Zensur durch die Presse.“

Fand ich ganz gut, doch mir wurde es irgendwann etwas zu viel mit der Chesterton-Verehrung in diesem Buch, „was würde Chesterton sagen“ zu XY und zu ZX. Und gewiss stimme ich keineswegs allen Aussagen von Matthias Matussek zu, der im übrigens gut und gewitzt und auch bissig zu schreiben weiß.

Aber das muss und will ich auch gar nicht. Wie langweilig wäre es, wenn die eigenen Positionen nicht auch einmal im Zuge einer intellektuellen Herausforderung auf den eigenen geistigen Prüfstand gestellt werden. Und dazu hat mir die Lektüre von „White Rabbit“ durchaus geholfen.

Schönen Feierabend!

Ihr

Michael Vaupel

Diplom-Volkswirt

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Michael Vaupel

"Fairness, Respekt vor Mensch und Tier sowie der gewiefte Blick für clevere Investment-Chancen - das lässt sich meiner Ansicht nach sehr wohl vereinen. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir diese Ansicht gemeinsam vertreten werden - auch gegen den Mainstream."

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