Das Zeitalter der Inseln

Das Zeitalter der Inseln

Inseln haben nicht nur für mich eine gewisse Faszination - vielleicht auch deshalb, weil diesbezüglich die Ansicht/Illusion besteht, dass dort das Leben etwas überschaubarer weil abgegrenzter ist. Wie auch immer:

Ein neues Buch eines Professors für Sozialgeographie zum Thema "Das Zeitalter der Inseln" im renommierten C.H. Beck Verlag hat mich neugierig gemacht. Nach der Lektüre des Buches hier einige Anmerkungen meinerseits:

Ich habe durch die Lektüre des Buches einiges zum Thema Inseln und zum Thema Geographie und auch Weltwirtschaft und auch Geopolitik gelernt. Beispiel Sand: Laut dem autor hat China in nur drei Jahren (2011-2013) mehr Beton verbaut als die USA im gesamten 20 Jahrhundert (siehe Buch Seite 50). Und da für Beton eben Sand gebraucht wird, ist Sand ein gefragter Rohstoff geworden. Der wilde Abbau führte zur Zerstörung von Dünen, Meeresböden...

...in manchen Fällen wiederum wurde Sand von der einen Ecke der Welt in eine andere gebracht, wo jemand mit mehr Geld damit künstliche Inseln aufschüttet. Üblicherweise, um dann "Reiche" anzuziehen, die sich dort ansiedeln sollen. Als Beispiel dafür nennt der Autor - naheliegend - Dubai und die dortigen künstlichen Inseln.

Solche neuen Inseln werden im Buch im Kapitel I "Aufsteigend" behandelt. Geopolitisch interessant ist das natürlich beim Blick auf das südchinesische Meer, wo bestehende Atolle oder Inselchen künstlich vergrößert werden, um entsprechende Ansprüche zu betonen.

Die Landgewinnung durch Polder ist hingegen keine neue Entwicklung, sondern wird schon länger z.B. in den Niederlanden praktiziert.

Es gibt aber auch das Gegenteil von "aufsteigenden" = neuen Inseln, nämlich "verwindende" (= Teil II). Und der Teil III beschäftigt sich dann mit "zukünftigen" Inseln, wobei es z.B. um Hongkong geht.

Innerhalb der Kapitel gibt es jeweils durchaus kurz und knackige Unterkapital, die ca. 5-20 Seiten lang sind.

Hier ein Blick ins Inhaltsverzeichnis (Quelle: Verlagsangaben):

Meine Einschätzung? Zwiespältig. Es fehlen mir eindeutig Landkarten bzw. eine große Übersichtsrkarte - damit ich die genannten Inseln leichter verorten kann. Oder wissen Sie auf Anhieb, wo Sie "Tongatapu und Fafa" finden?

Gewiss, in mehreren Kapiteln liegen handschriftliche Zeichnungen der jeweiligen Insel vor. Diese sind aber recht einfach gehalten und für meinen Geschmack kein Ersatz für eine stimmige Landkarte. Auch die Fotos im Mittelteil sehen für mich eher nach ein paar Urlaubs-Schnappschüssen des Autors bei der Reise auf die Inseln aus.

Und genau, der Autor reiste zu zahlreichen Inseln, was bei der Recherche für so ein Buch natürlich naheliegend ist. Doch wer Reisebeschreibungen von Gonzo-Journalisten wie Helge Timmerberg kennt und liebt (was bei mir der Fall ist), der stellt fest, dass dem Autoren Alastair Bonnett eine gewisse Lässigkeit beim Beschreiben seiner Reiseerlebnisse fehlt.

Das möchte ich ihm nicht vorwerfen - aber ich hätte dann an seiner Stelle die persönlichen Aspekte ganz außen vor gelassen. Ob er sich nun unwohl fühlte, weil er sich auf einer chinesischen Insel zwischen chinesischen Touristenfamilien unwohl fühlte, da auffällig anders, oder nicht - das tangierte mich eher peripher, weil es etwas hölzern und bemüht wirkte. Auf mich, gewiss, andere Leser/innen mögen das anders sehen.

Deshalb hier der Hinweis: Eine kostenlose Leseprobe finden Sie bei Interesse unter diesem Link.

Insgesamt ein gemischer Eindruck meinerseits für:

Alastair Bonnett: Das Zeitalter der Inseln

Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein angenehmes Pfingst-Wochenende!

Ihr

Michael Vaupel

Diplom-Volkswirt / M.A.

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Michael Vaupel

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Ein Gedanke zu “Das Zeitalter der Inseln

Das Zeitalter der Inseln – FinanzFeedGeschrieben am  8:53 am - Mai 23, 2021

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