Investoren Wissen: REITs

Farmland

Investoren Wissen: REITs

Wer oder was sind eigentlich REITs?

Zunächst zur Erläuterung der Abkürzung REIT: Diese steht für "Real-Estate-Investment-Trust". Und daraus wird schon ersichtlich, wohin die Reise geht: "Real Estate" sind schließlich Immobilien. Es handelt sich demnach um ein Investmentvehikel für Investitionen in Immobilien.

Da es in diversen Ländern REITs gibt, kann ich an dieser Stelle keine allgemein verbindlichen Aussagen abgeben. Es gibt aber Kernpunkte für REITs weltweit:

REITs sind üblicherweise börsennotiert (kein "muss") und setzen in erster Linie auf Immobilien. Sie können durch die Vermietung von Immobilien im Bestand passives Einkommen generieren. Sofern ein Mindest-Prozentsatz des Immobiliengeschäfts am Gesamtgeschäft erreicht ist UND ein Großteil der Gewinne ausgeschüttet wird, gibt es oft steuerliche Vorteile auf Unternehmensseite für solche REITs.

Die Rechtsform kann unterschiedlich sein: In Deutschland muss es nach derzeitigem Stand eine börsennotierte Aktiengesellschaft sein - anderswo können sie auch die Rechtsform eines "Trusts" oder auch einer beschränkt haftenden Kapitalgesellschaft haben.

Ein großer Vorteil gegenüber einem geschlossenen oder offenen Immobilienfonds ist dieser:

Wenn ein Investor einen Anteil an einem Immobilienfonds zurückgeben möchte, dann muss der Fondsmanager diesen aus dem Fondsvermögen ausbezahlen. Wenn viele Anteilseigner gleichzeitig verkaufen möchten, müsste vielleicht eine Immmobilie verkauft werden - das kann in einer Marktkrise gewaltige Probleme mit sich bringen, wie wir ja auch gesehen haben.

Bei einem REIT ist das üblicherweise nicht der Fall. Nehmen wir an, ein REIT hat die Rechtsform einer Aktie. Dann bleibt das Vermögen der Gesellschaft unverändert, es wechselt dann eben nur der Besitzer des REITs.

Und das macht REITs aus meiner Sicht so interessant. Sie bieten eine recht einfache Möglichkeit, auf Immobilien zu setzen - ohne das "Klumpenrisiko", das beim Kauf einer einzelnen Immobilie auf eigene Kosten entsteht. Und REITs sind handelbar, und sie generieren im Normalfall ein schönes passives Einkommen.

Es gibt da einige Differenzierungen. So gibt es z.B. "Mortgage REITs", die auf Immobilienkredite setzen. Die sind nichts für mich, verbriefte Hypotheken waren schließlich ein Grund für die Finanzkrise 2008/2009. Dann lieber "Equity REITs", die direkt in Immobilien investieren. (Sogenannte "Hybrid REITs" können beides, da ist Vorsicht angebracht.)

Wer ausführlicheres Hintergrundwissen zum Thema REITs möchte, dem kann ich die Lektüre von Geldanlage in REITs des Autoren Luis Pazos empfehlen, da wird die Thematik auf rund 200 Seiten informativ behandelt.

Ländereien, die der genannte REIT in den USA verpachtet:
Land Farmland Partners

Quelle: Unternehmensangaben. In meiner Analyse gibt es auch eine Angabe dazu, wie Sie bei Interesse zu jeder einzelnen dieser Ländereien Informationen erhalten. Mit dem Kauf eines REITs können Sie damit indirekt in landwirtschaftliche Flächen in den USA investieren. 

Michael Vaupel

"Fairness, Respekt vor Mensch und Tier sowie der gewiefte Blick für clevere Investment-Chancen - das lässt sich meiner Ansicht nach sehr wohl vereinen. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir diese Ansicht gemeinsam vertreten werden - auch gegen den Mainstream."

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2 Gedanken zu “Investoren Wissen: REITs

Gerd HellmerichsGeschrieben am  4:36 pm - Okt 13, 2018

Hallo, Herr Vaupel,
gerade am 11.10.2018 habe ich meine ersten Weyerhaeuser-Aktien, 854357, jetzt 25 € , gekauft.
Der größte private „productive timberland“-Waldbesitzer. Gute Rendite, der Wald wächst über Jahrhunderte.
Vielleicht besser als Goldminen-Aktien als Versicherung gegen Krisen und Krieg?
Was meinen Sie?
Beste Grüße Ihr Gerd Hellmerichs

    Michael VaupelGeschrieben am  7:24 am - Okt 14, 2018

    Lieber Herr Hellmerichs,
    danke für Ihre Anmerkung! Das Thema Wald als Anlageobjekt – insbesondere in Form von Aktien/REITs – schaue ich mir seit Jahren gerne an. Ich gebe dazu ein Beispiel – 2014 besprach ich die Aktie Plum Creek TImber, die jahrelang mein Favorit war. Dazu unten ein Auszug aus meinem Buch „Ethische Rendite“ (ich schicke Premium-Abonnenten gerne kostenfrei dieses Buch als PDF kostenlos). Und Plum Creek Timber wurde inzwischen gekauft von – Weyerhaeuser! Entsprechend steht auch Weyerhaeuser nun auf meiner Watchlist – in den vorigen Monaten fand ich aber andere Aktien/REITs interessanter, insbesondere im Hinblick auf die Bewertung. Viele Grüße, Michael Vaupel

    Auszug aus dem Buch, Eintrag 11.8.2014:
    Derzeit schaue ich mir einige fundamental überzeugende Aktien an – für den Fall, dass die US-Börsen weiter fallen. Möchte auf alles vorbereitet sein.
    Denn bei „Value“-Aktien bin ich manchmal sogar froh, wenn der Gesamtmarkt fällt – dann können solche Titel relativ günstig eingesammelt werden. Das gilt besonders für Unternehmen, welche nicht allzu stark von der allgemeinen Konjunkturlage abhängig sind. In dem Zusammenhang fiel mir die „Plum Creek Timber Company“ auf. Die gehört zu den Aktien, die wahrscheinlich die Wenigsten kennen. Der Begriff „Aktie“ ist allerdings formal nicht korrekt, denn: „Plum Creek Timber Company“ ist rechtlich keine Aktiengesellschaft, sondern ein sogenannter „REIT“. Das steht für „Real Estate Investment Trust“, also eine Form von Immobilienfonds. Value Aktien, Holz: „Plum Creek Timber“ mit riesigen Wäldern Handeln können Sie den Titel jedenfalls problemlos, wie eine Aktie, an der
    New Yorker Börse (NYSE = New York Stock Exchange, Kürzel: PCL). Das Geschäftsfeld von „Plum Creek“ ist sehr interessant: Es handelt sich um einen „Value“-Titel par excellence. Denn das Unternehmen besitzt „Werte“ – in Form von Land. Und das nicht gerade wenig:

    Stellen Sie sich vor, mehr als zwei Drittel der Schweiz wären mit Wald bedeckt. Stellen Sie sich vor, diese beeindruckenden Wälder würden einem einzigen Unternehmen gehören. Dann haben Sie eine Vorstellung von den Flächen, welche „Plum Creek Timber“ gehören. Denn: Die „Plum Creek Timber Company“ ist der zweitgrößte private Waldbesitzer in den Vereinigten Staaten von Amerika. In einigen Bundesstaaten wie Montana ist „Plum Creek“ sogar der größte private Waldbesitzer. Insgesamt gehören dem Unternehmen über 30.000 Quadratkilometer Land in den USA

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