Rezension: American Kingdoms

Rezension: American Kingdoms

Heute möchte ich ein neues Strategie-Brettspiel rezensieren - es geht um Santa Maria - American Kingdoms

Es handelt sich dabei um eine Erweiterung, die nur mit dem Grundspiel Santa Maria spielbar ist.

Das Grundspiel "Santa Maria". Quelle: Pegasus Spiele

Der Blick auf das Cover im Comic-Stil des Grundspiels zeigt, um was es dabei geht:

Ein Kennerspiel für Strategie-Spieler(innen) ab 12 Jahren, Aufbau-Strategie, thematisch im (Mittel-)Amerika des 16. Jahrhunderts angesiedelt. Das Grundspiel ist ein solides Euro-Game, bei dem in drei Runden (die für Jahre stehen) jeweils mehrere Aktionen durchgeführt werden. Ich würde das Spiel durchaus als Kennerspiel bezeichnen, allerdings im Rahmen der Kennerspiele relativ leicht zugänglich.

Da ich hier nicht das Grundspiel rezensieren möchte, hier meine Anmerkung zur Erweiterung Santa Maria - American Kingdoms

Die Erweiterung ist keine Revolution, sondern gewissermaßen eine Evolution. Sie beinhaltet einige allgemeine Änderungen. So gibt es zum einen das, was man von Erweiterungen kennt: Mehr von bereits Bekanntem! Dies trifft hier zu in Bezug auf Gelehrtenplättchen (drei weitere), Bischofsplätten (drei weitere) und Seehandelsplättchen (zehn weitere).

Dann werden aber auch völlig neue Elemente eingeführt.

Da ist zum einen die neue Ware Kakao, die es im Grundspiel nicht gibt (da gibt es Holz, Zucker, Getreide, Gold, Juwelen als Ressourcen). Kakao ermöglicht es, Würfel auf einen beliebigen Wert zu ändern. Zudem sind bei den neuen Seehandelsplättchen welche dabei, die Kakao als Ware benötigen.

Apropos Würfel: Mit Würfeln werden Felder in der eigenen Kolonie aktiviert. Hier besteht natürlich ein gewisses Glückselement - in Bezug auf die Würfelwürfe. Das finde ich persönlich völlig in Ordnung, denn...

  • wird so eine Grübel-Session (Analyse-Paralyse...) verhindert, die bei Wegfall jedes Glücksfaktors hier eintreten könnte
  • hält sich der Glücksfaktor in Grenzen, denn es lassen sich Würfelergebnisse durch Einsatz von Münzen (1 Münze pro Veränderung um 1) oder Kakao (1 Kakao für Änderung auf beliebigen Wert) verändern

Desweiteren umfasst die Erweiterung insgesamt vier Module, die in beliebiger Kombination (oder auch einzeln) dem Grundspiel hinzugefügt werden können. Insofern muss ich einschränkend hinzufügen, dass ich nicht alle möglichen Kombinationen gespielt habe und insofern nicht weiß, ob alle Kombinationen gut funktionieren.

Was ich aber sagen kann: Die kleineren Erweiterungen wie "Die Botschafter" oder "Der Gouverneur" fügen sich intuitiv in das Grundspiel ein und bringen neue taktische Möglichkeiten. Eine ganz andere Kategorie ist aber das vierte Modul namens "Die Maya-Stadt". Denn diese Erweiterung sieht vor, dass ein Spieler in die Rolle der Mayas schlüpft mit völlig anderen Aufgaben (= Möglichkeiten für Siegpunkte). Das ist für diesen/diese gewissermaßen ein Spiel im Spiel mit völlig neuen Regeln. Hier ist mein Rat, dass sich nur ein erfahrener Kenner des Grundspiels an diese Aufgabe wagen sollte.

Mein Fazit:

Ich mag solche Aufbau-Strategiespiele wie Santa Maria grundsätzlich sehr gerne - und die Erweiterung American Kingdoms fügt einige schöne neue Elemente und Aufgaben (Stichwort "Die Maya-Stadt") hinzu. Es sind bis auf das letztgenannte Modul keine revolutionären Änderungen, aber das erwarte ich bei einem Spiel, das im Grundspiel bereits überzeugt, auch gar nicht.

Mit herzlichem Gruß!

Ihr

Michael Vaupel

Diplom-Volkswirt

Michael Vaupel

"Fairness, Respekt vor Mensch und Tier sowie der gewiefte Blick für clevere Investment-Chancen - das lässt sich meiner Ansicht nach sehr wohl vereinen. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir diese Ansicht gemeinsam vertreten werden - auch gegen den Mainstream."

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