Rezension: Pocket Detective

Rezension: Pocket Detective

Ich mag sie recht gerne, die Zeit "zwischen den Jahren". Das alte Jahr ist fast schon vorüber - aber noch nicht ganz. Das neue Jahr hat noch nicht begonnen. Alles geht gefühlt etwas langsamer. In diesen Tagen versuche ich, etwas Zeit für Brettspiele mit Familie und/oder Kollegen zu finden.

Und seit diesem Jahr haben es uns Detektivspiele angetan. Keine einfachen Klassiker wie "Scotland Yard" oder durchaus gute Deduktionsspiele wie Cluedo - sondern aktuelle, welche üblicherweise kooperativ ablaufen und eine gute "Story" liefern. Denn solche Spiele müssen eine gute Geschichte erzählen und knifflige Fälle bieten, um in unserer Runde anzukommen.

Da es von Schmidt Spiele eine neue Reihe gibt namens "Pocket Detective", haben wir diese umgehend getestet. Es handelt sich da um recht kurze Fälle (ca. 60-90 min.), so dass ich zwei Spiele testen konnte:

Denn Fall 1 "Mord auf dem Campus" und einen weiteren Fall ("Gefährliche Machenschaften").

Der Name der Reihe "Pocket Detective" bezieht sich dabei nicht auf die Detektive, nach dem Motto, Schmalspur-Detektive oder Westentaschen-Schnüffler...sondern es geht darum, dass die Packung gewissermaßen in eine Manteltasche passt. Und in der Tat, bei 13*18*4 cm Packungsgröße passt der Name der Reihe.

Die kleinen Packungen zum Mitnahmepreis bieten das, was sie sollen:

Einen stimmigen Fall, in den sich ohne großes Regellesen einsteigen lässt, mit 1-6 Spieler/innen.

Es gibt ein Setting, mit dem es losgeht. Bei "Mord auf dem Campus" beispielsweise wird ein Professor ermordet in seinem Büro aufgefunden. Die Spieler sind ein Team von Sonderermittlern, welches den Mörder/die Mörderin finden soll. Dazu gilt es, Hinweisen zu folgen, Personen zu befragen, zu kombinieren...

Spieltechnisch läuft das so ab, dass zu Beginn eine bestimmte Zahl von Karten ausliegt. Da ist z.B. eine Karte "A1", welche die Mitteilung des Hauptkommissars ist und angibt, welche Möglichkeiten die Ermittler haben. Soll zunächst der Tatort eingehend untersucht werden? Oder direkt mit der Zeugenbefragung begonnen werden?

Wer meint, den Fall gelöst zu haben, kann die Fragen des Staatsanwalts beantworten - danach stellt sich heraus, wie gut die Ermittler wirklich waren...

Eins ist klar: Das Whiteboard für das Anfertigen von "Mind Maps", welches ich neutlich gekauft habe, brauchte ich hierfür nicht. Es geht um ausliegende Karten, kombinieren, umdrehen von Karten, diskutieren...erfreulich, dass das hier kooperativ läuft.

Wer einen abendfüllenden Fall im Kreise gleichgesinnter "Schnüffler" mag, für den ist meiner Ansicht nach "Detective" (mein Favorit 2020) empfehlenswert.

Doch mit einem Opus wie "Detective" kann und soll die Reihe "Pocket Detective" gar nicht mithalten. Es geht da um kein Detektiv-Epos, sondern um überschaubare, knackige Fälle, welche sich durchaus in einer Stunde lösen lassen. Solch ein Fall passt eben in eine Manteltasche und bietet Spielfreude, solange es dauert. Das war es dann aber auch: Denn wenn ein Fall einmal gelöst wurde, ist kein Wiederspielreiz gegeben.

Mein Fazit:

Alles hat seine Zeit. Wer gerne knifflige Detektivfälle zusammen mit Gleichgesinnten lösen mag und dafür nicht einen ganzen Abend investieren möchte, dem/der kann ich diese neue Reihe "Pocket Detective" empfehlen. In dem Fall würde ich raten, mit Fall 01 zu beginnen und erstmal nur diesen zu kaufen. Gefällt der Einstieg, können Schritt für Schritt weitere Fälle gekauft werden (und sonst eben nicht).

Angenehmes Spielen!

Ihr

Michael Vaupel

Diplom-Volkswirt

 

 

 

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Michael Vaupel

"Fairness, Respekt vor Mensch und Tier sowie der gewiefte Blick für clevere Investment-Chancen - das lässt sich meiner Ansicht nach sehr wohl vereinen. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir diese Ansicht gemeinsam vertreten werden - auch gegen den Mainstream."

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