Analyse A.H.T. Syngas Aktie

Analyse A.H.T. Syngas Aktie

Vor einigen Wochen bin ich auf ein Unternehmen gestoßen, von dessen Geschäftsfeld ich regelrecht begeistert bin.

Denn das Unternehmen hat eine Technologie entwickelt bzw. weiterentwickelt, mit der es möglich ist, aus Abfallstoffen Synthesegas (und damit teilweise Wasserstoff) zu produzieren. Das könnte gewissermaßen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Und nein, es geht da nicht um Biogas = Vergärung von Biomasse, wie man es z.B. von Bauern kennt, die Mais vergären.

Stattdessen wird hier der Input (wie z.B. sogar Klärschlamm!) thermisch zersetzt. Ich zitiere aus der entsprechenden Technologiebeschreibung des Unternehmens, Zitat:

"Bei der Gaserzeugung wird der Feststoff thermisch zerlegt („gecrackt“). Nach dieser thermischen Zersetzung von z. B. Holz bleibt dann, neben der Asche, hauptsächlich Kohlenmonoxid (CO) und Wasserstoff (H2) übrig. Kohlenmonoxid und Wasserstoff sind brennbar und werden zusammen als Synthesegas bezeichnet."

Mit diesem Synthesegas kann dann z.B. ein Gasmotor mit Generator in einem Kraftwerk betrieben werden, Stromerzeugung aus biogenen Reststoffen. Finde ich genial!

Mit dieser Technologie kann Wasserstoff produziert werden

Und was mich natürlich auch hat aufhorchen lassen: Mit dieser Technologie wird auch Wasserstoff (= H2) produziert. Dieser abzuspaltende Wasserstoff kann dann z.B. für eine Wasserstofftankstelle genutzt werden.

Und beim Stichwort Wasserstoff könnten auch andere Investoren hellhörig werden (die dieses Unternehmen bisher noch gar nicht auf dem Schirm haben, so mein Eindruck).

Haben Sie z.B. mitbekommen, was für einen Hype es um die norwegische Nel Asa Aktie gab? Das Unternehmen bietet laut Wikipedia " Lösungen für die Herstellung, Speicherung und Verteilung von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien". Nel Asa ist an der Börse derzeit ca. 760 Mio. Euro wert.

Und das Unternehmen, um das es hier geht? Weniger als 3 Mio. Euro! Und die Technologie funktioniert, es sind bereits mehrere Anlagen errichtet worden. Und es werden bereits seit vorigem Jahr schwarze Zahlen geschrieben.

Interessanterweise sind gerade Entwicklungsländer interessant, da dort z.B. Müllkippen ausufern. Wenn da bestimmter Müll als Input für die Produktion von Strom, Wärme/Kälte und Wasserstoff verwendet werden könnte, könnte das eine super Lösung sein. Für die jeweiligen Einwohner, für die Umwelt - und vielleicht auch für die Investoren. Solche Investments sind genau das, was ich suche.

Um genau diese Aktie geht es im heutigen Premium-Beitrag. Ich würde auch gerne zusammen mit einigen Premium-Abonnenten zum Unternehmen fahren und uns vor Ort berichten lassen und dort das Thema Kapitalerhöhung ansprechen. Denn ich möchte bei diesem Unternehmen selber sehr gerne einsteigen.

Zur Sache:

Es geht um das Unternehmen A.H.T. Syngas mit Rechtssitz in den Niederlanden („A.H.T. Syngas Technology N.V.“ lautet der vollständige Name) und Verwaltung/operativem Geschäft in Overath/Nordrhein-Westfalen.

Die Technologie, auf die A.H.T. Syngas setzt, ist das sogenannte Doppelfeuer-Verfahren. Mit freundlicher Genehmigung des Unternehmens hier die Wiedergabe des Verfahrens in Kurzversion:

Quelle: Unternehmensangaben

Hierbei haben sich für mich einige Fragen ergeben. Was ist der Vorteil gegenüber Biogas?

Laut A.H.T. Syngas ist hier der Wirkungsgrad höher. Es können auch biogene Reststoffe verwertet werden, mit denen keine Biogas-Anlage wirtschaftlich betrieben werden kann. Beim Doppelfeuer-Verfahren wird ein Teil des Inputs verbrannt, um Wärme zu erzeugen. Der Rest wird dann mit dieser Wärme in zwei Gaserzeugerzonen Synthesegas umgewandelt. Dieses wiederum kann z.B. dazu genutzt werden, in einem Kraftwerk Elektrizität zu produzieren.

Auf diese Weise sind z.B. netzunabhängige Insellösungen möglich. Denn wenn passende biogene Reststoffe vorhanden sind, kann so Synthesegas vor Ort produziert werden. Das geht mit einer Vielzahl möglicher Input-Stoffe. Es ist sogar der Einsatz von flüssigen Stoffen möglich. Hier wurden mir Klärschlämme oder Gülle genannt oder auch Lebensmittelreste.

Diese werden in einem vorgeschalteten Prozess karbonisiert, und der dadurch entstandene Feststoff kann dann im Doppelfeuer-Verfahren eingesetzt werden.

Ja, genau: Aus Klärschlamm oder Gülle kann so Synthesegas entstehen! Dieses wiederum könnte in einem Kraftwerk eingesetzt werden oder es wird Wasserstoff abgespaltet. Eine Wasserstoff-Tankstelle, die ihren Nachschub aus mit aus Gülle erzeugtem Synthesegas erhält – das wäre doch was!

Diese Darstellung des eigenen Angebots von A.H.T. Syngas finde ich so aussichtsreich wie sympathisch.

Es gibt zig Einsatzmöglichkeiten. Angefangen von den Landwirten in Norddeutschland, die so ihre Massen an Gülle noch sinnvoll verwenden könnten (und so zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen) bis hin zu Südostasien, wo es zunehmend Probleme mit ausufernden Müllkippen gibt.

Vorteilhaft bei A.H.T. Syngas finde ich, dass sich das Unternehmen auf mittlere grundlastfähige dezentrale Kraftwerke konzentriert. Da geht es um Leistungen von 250 KW bis hin zu 15 MW. Es können auch fossile Energieträger als Input genutzt werden – die Phantasie kommt aber aus meiner Sicht gerade durch den Einsatz von sonst nicht verwertbaren biogenen Reststoffen oder auch nachwachsenden Rohstoffen.

Die Zielgruppe für solche Anlagen sind meiner Ansicht nach unabhängige Stromerzeuger, Kommunen, netzunabhängige Insellösungen, auch Krankenhäuser oder große landwirtschaftliche Betriebe oder auch Industriebetriebe mit z.B. Klärschlämmen.

Damit lautet der Unternehmenszweck der A.H.T. Syngas laut eigenen Angaben, ich zitiere: „Dezentrale Energieanlagen zu planen, zu errichten, zu betreuen und dies weltweit“.

Es bleibt nicht bei der Theorie, denn diverse Anlagen sind bereits errichtet. Hier ein Beispiel, eine 800 KW Anlage in Japan, die als Input Holz aus nachhaltig bewirtschaftetem Wald nutzt:

Quelle: Unternehmensangaben

Jüngstes Beispiel, Ende Juli 2019 kommuniziert: Ein Kompakt-Synthesegaskraftwerk in Südostasien. Das wurde demnach in der 1. Jahreshälfte 2019 in Betrieb genommen (nachdem es unter Aufsicht von AHT Syngas Ingenieuren errichtet worden war). Der Brennstoff ist laut Unternehmensangaben „deponierter Abfall aus der am Standort gelegenen Mülldeponie“.

Richtig klasse finde ich auch eine von A.H.T. Syngas in der Schweiz erreichtete Anlage, welche auf die Karbonisierung/Vergasung von Klärschlamm und Gülle setzt. Prima!

Quelle: Unternehmensangaben

Dann der Blick in den Geschäftsbericht 2018:

  • Der Blick in den Geschäftsbericht zeigt, dass die Umsätze 2018 auf 812.399 Euro gestiegen sind nach 304.838 Euro im Geschäftsjahr 2017.
  • Das Nachsteuerergebnis schaffte es 2018 in die schwarzen Zahlen: 2017 lag es bei -147.480 Euro, 2018 dann bei 64.939 Euro.
  • Der Vorteil ist, dass es per 31.12.2018 nur 1,5 Mio. Aktien gab, so dass selbst dieser überschaubare Gewinn von 64.939 Euro bereits 4 Cents Gewinn pro Aktie entsprach.

Einer Pressemitteilung konnte ich entnehmen, dass AHT Syngas im Juni 2019 weitere 155.000 neue Aktien platziert hat, somit gibt es insgesamt 1,655 Mio. Aktien. Hier der Blick auf die Bilanz:

Bilanz A.H.T. Syngas per 31.12.2018

Quelle: Jahresbericht 2018 A.H.T. Syngas

Per 31.12.2018 hatte AHT Syngas Aktiva von rund 1,78 Mio. Euro vorzuweisen. Auf der Passivseite der Bilanz zeigt sich ein Eigenkapital von 670.177 Euro, was gegenüber dem Stand 31.12.2017 (437.902 Euro) einen deutlichen Anstieg zeigt. Hier wirkt sich der Jahresüberschuss erfreulich positiv aus.

Zudem fiel mir auf, dass der Auftragsbestand per 31.12.2018 mit 0,8 Mio. Euro angeben wurde. Selbst wenn der nur abgearbeitet wird, wäre das schon auf dem Niveau des Jahresumsatzes 2018. Und es sollten ja neue Umsätze hinzukommen.

A.H.T. Syngas: Keinerlei Bankschulden

Gut gefällt mir auch, dass das Unternehmen keinerlei Bankschulden hat. Es gibt ein Darlehen von Gesellschafterseite, was übersichtliche Zinskosten von 8.250 Euro 2018 mit sich brachte. Es gefällt mir sehr gut, dass der Alleinvorstand Gero Ferges selbst stark investiert ist (er hält rund ein Drittel der Aktien).

Aus meiner Sicht bietet sich hier ein sehr interessantes Investment. Da es sich um eine relativ kleine Aktiengesellschaft handelt, sind die Handelsumsätze in der Aktie recht überschaubar. Ich selbst bin noch nicht investiert, habe dies aber fest vor.

Mein Fazit:

Wenn Sie grundsätzlich Interesse an diesem Unternehmen haben, würde ich gerne einen Termin vor Ort in Overath/Nordrhein-Westfalen mit dem Alleinvorstand organisieren. Das könnte zur Bildung eines Gesamteindrucks sehr hilfreich sein. Ich würde mich freuen, wenn es hier noch eine Privatplatzierung von neuen Aktien geben würde. Im Juni ist genau dies geschehen. Das würde ich gerne vor Ort thematisieren. Sollte Sie ein Recherche-Treffen beim Unternehmen ebenfalls interessieren, schreiben Sie mir persönlich an info@ethische-rendite.de

Name: A.H.T. Syngas Aktie

WKN: A12AGY

ISIN: NL0010872388

Mit freundlichem Gruß!

Ihr

Michael Vaupel

Diplom-Volkswirt

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